Informationen zu den bisherigen Familienkonferenzen
5. Familienkonferenz

Die fünfte Familienkonferenz des Landkreises Fürth hat am 22.11.2011 unter dem Motto „Aufwachsen mit Zuversicht – WER kann WAS & WIE dazu beitragen?“ stattgefunden. Als Hauptreferent konnte der namhafte Reformpädagoge und Bielefelder Psychologe Otto Herz gewonnen werden. Landrat Matthias Dießl freute sich, dass fast 150 Teilnehmer an die Mittelschule Roßtal gekommen waren, um zu erfahren, was jeder Einzelne dazu beitragen kann, damit das Aufwachsen mit Zuversicht gelingt.
“Bildung und Erziehung kann man nicht vollkommen voneinander trennen”, sagte der Landrat. Daher wolle die diesjährige Familienkonferenz der Frage nachgehen, was welche Multiplikatoren zu einer guten Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen beitragen können. “Neben dem Elternhaus tragen dabei vor allem die Kinderbetreuungseinrichtungen und die Schulen eine große Verantwortung.”
Spannender Vortrag
Beim Vortrag von Otto Herz hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Fasziniert folgten die Zuhörer seinen fundierten Ausführungen Er betonte, dass die Weichen für das Leben eines Menschen bereits im Alter von drei bis sechs Jahren gestellt werden. Je nachdem welche Erziehung ein Kind in dieser Altersstufe erfahre, entwickle es sich zu einem “Mißerfolgs-ängstlichen” oder “Erfolgs-zuversichtlichen” Menschen. Zwar ließen sich pädagogische Defizite auch später noch ausgleichen. “Aber je früher angesetzt wird, umso einfacher lässt sich noch etwas ändern”, erläuterte Herz.
Der Experte forderte in Roßtal einen Paradigmen-Wechsel. Bereits durch kleine Handlungen könne viel erreicht werden. So sei es in skandinavischen Hotels üblich, dass für Kinder ein kleines Treppchen an die Rezeption gestellt werde, damit sich die Knirpse selbst als Gäste in die Hotelliste eintragen können. “Bei uns stehen sie vor einer Wand und sehen nichts.” Er brachte außerdem den Vorschlag, Erstklässlern zu erlauben, ihre eigenen Stühle mit ins Klassenzimmer nehmen zu dürfen. “Das nenne ich Wahlfreiheit, hier kann sich ein Kind wohlfühlen.” Zuversicht könne durch so einfache Maßnahmen ausgelöst werden. Herz bedauerte, dass zu oft versucht werde, ein starres System über die Menschen zu stülpen.
Sechs Workshops
Die Familienkonferenz beschäftigte sich zudem damit, wie die Stärken der Kinder und Jugendlichen erkannt und optimal gefördert werden können. Dazu konnten die Teilnehmer aus sechs Workshops auswählen: So ging es um die “Lern-Lust und Lebens-Lust”, um die Unterstützung für Familien mit AD(H)S-Kindern im Landkreis Fürth oder auch darum, wie man mit Projektarbeit Zuversicht stärken kann. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es”, lautete das Thema des Workshops vom MehrGenerationenHaus Ammerndorf, “Eltern für die Erziehung ihrer Kinder stark machen” wollte die Kinderarche gGmbH Fürth und die Kommunale Jugendarbeit im Landkreis Fürth gab Tipps mit dem Motto “Informativ – Präventiv – Kreativ - Aktiv”.
Lesekompetenz deutsch: Spitzenplatz für Landkreis
Landrat Matthias Dießl fasste zusammen, dass der Landkreis Fürth insgesamt auf einem sehr guten Weg sei und hier Familien mit ihren Kindern mit Zuversicht leben könnten. Er verwies in diesem Zusammenhang auf den neuesten Lernatlas der Bertelsmann-Stiftung. Der Landkreis Fürth nimmt in der Vergleichsgruppe “Kreise im verdichteten Umland” den sehr guten Rang 11 von 144 Landkreisen ein. In der Kategorie “Lesekompetenz Deutsch” hat der Landkreis Fürth sogar den Spitzenplatz zugesprochen bekommen.
4. Familienkonferenz

Die vierte Familienkonferenz des Landkreises Fürth stand unter dem Motto „Familie: stark! - Ideen und Konzepte für die Zukunft von Familie und Familienbildung". Am Gymnasium in Langenzenn tauschten sich rund 125 Kommunalpolitiker, Fachleute und Interessierte intensiv über aktuelle Ideen und Konzepte für die Zukunft von Familie und Familienbildung aus. Zudem erhielten die Teilnehmer Anregungen, wie entsprechende Projekte umgesetzt und in eine familienunterstützende Infrastruktur vor Ort eingefügt werden können. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Impulsreferat der Diplompädagogin Melanie Mengel vom Institut für Familienforschung in Bamberg. Danach wurden in verschiedenen Workshops spezifische Themen zur Familienbildung praxisnah beleuchtet.
Landrat Matthias Dießl betonte zum Auftakt, dass der Landkreis Fürth mit vielen Partnern ein familienfreundliches Klima geschaffen habe, „auf das wir stolz sein können." Er erinnerte in diesem Zusammenhang an den kürzlichen Besuch der Bayerischen Familien- und Sozialministerin, die den Landkreis als Musterbeispiel im Bereich der Tagespflege für Kinder unter drei Jahren gelobt hatte.
Matthias Dießl hob hervor, dass im Landkreis alle Gemeinden zusammen mit dem Landkreis ein gemeinsames familienpolitisches Leitbild in die Realität umsetzen. „Dieses gemeinsame Handeln zeichnet unsere Familienfreundlichkeit aus und ist - wenn man in andere Regionen schaut - eine echte Besonderheit", so Dießl weiterEr dankte in diesem Zusammenhang den Kreisräten, Bürgermeistern und Gemeinderäten für dieses Einvernehmen im Rahmen des gemeinsam unterzeichneten Bündnisses für Familien.
So sei es gelungen, eine landkreisweite Gastkindervereinbarung für Kindergartenkinder einzuführen. Außerdem wurde die Antragstellung bei der Wohnsitzgemeinde abgeschafft, wenn eine Familie einen Tagespflegeplatz in Anspruch nehmen will. „Hinzu kommt unser Runder Tisch Familie, der sich mit familiären Belangen auseinander setzt und beispielsweise darauf hingewirkt hat, dass wir jetzt einen einzigartigen Online-Familienatlas mit über 800 Einträgen im Internet anbieten können", verdeutlichte der Landrat.
Seit Juli erhalten Eltern ein Begrüßungspaket für Neugeborene. Abgerundet werde dies alles durch eine hervorragende Netzwerkarbeit der einzelnen Organisationen, Vereine und Ämter. „Im Landkreis sind Familien in der Tat stark, das Motto der heutigen Konferenz trifft den Kern", zeigte sich Matthias Dießl zufrieden über die in den vergangenen Monaten erzielten Fortschritte in qualitativer und quantitativer Hinsicht. Die jährliche Ausrichtung einer Familienkonferenz ist ebenfalls fester Bestandteil des gemeinsamen Bündnisses für Familie der Gemeinden und des Landkreises Fürth.
Die Diplompädagogin Melanie Mengel berichtete in ihrem Referat über das neue gesamtbayerische Familienbildungskonzept. Dieses zielt auf ein breit angelegtes, niedrigschwelliges Angebot an Familienbildung für alle Eltern ab. Eltern- und Familienbildung soll zu einem qualifizierten Bestandteil der Jugendhilfeplanung werden. Außerdem soll die Vernetzung vorangetrieben werden.
Im Anschluss an das Referat wurden in Kleingruppen sieben Projekte im Rahmen von Workshops dargestellt. Aus diesen konnten die Teilnehmer wertvolle Tipps mitnehmen. Ein Praxisbericht zum Aufbau eines Unterstützungsnetzwerks für Alleinerziehende stellte die Stadt Fürth vor. Roland Baierl vom Referat Projektarbeit im Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg berichtete über wirksame Prävention von Scheidung und Trennung durch verschiedene Kommunikationstrainings für Paare. Andrea Böhrer stellte das junge Netzwerk frühe Kindheit im Landkreis Fürth (Koki) vor. Monika Rilk, die Regionalbeauftragte von Elterntalk im Landkreis Neumarkt, beschäftigte sich mit dem Thema „Elterntalk - Erziehungskompetenz von Eltern für Eltern stärken". Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern wurde anhand eines Familienbildungsprojektes in der städtischen Kindertageseinrichtung in Stein dargestellt. Ein anderer Workshop gab Tipps, wie man Familienbildung niedrigschwellig und damit ganz im Sinne des gesamtbayerischen Familienbildungskonzeptes gestalten kann. Schließlich stellten sich auch die Patendienste des Mütterzentrums Fürth zur Unterstützung von Familien vor.
In der Pause zwischen den Projektvorstellungen wurde ein Markt der Möglichkeiten angeboten, der zum Austausch und zur weiteren Impulsgebung beitrug.
Matthias Dießl dankte den Organisatoren, der Jugendhilfeplanung, sowie allen Referenten, die mit ihren vielen Beispielen aus der Praxis die Familienkonferenz wieder zu einem Ideenpool gemacht hätten. „Ich bin mir sicher, dass die Teilnehmer dadurch wertvolle Informationen an die Hand bekommen haben. Gerade durch die Praxisnähe ist unsere Familienkonferenz etwas Besonderes."
Präsentation zum Workshop "Unterstützungsnetzwerk für Alleinerziehende der Stadt Fürth"
Unterstützungsnetzwerk_für_Alleinerziehende_der_Stadt_Fürth_-_Workshop.pdf | 186 K |
3. Familienkonferenz
Auf Einladung des „Runden Tisches Familie“ und des Vereins „1-2-3 e.V.“ fand die mittlerweile dritte Familienkonferenz des Landkreises Fürth statt. Unter dem Motto „Gut betreut, ist halb gewonnen“ wurden diesmal am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Oberasbach Fakten, Trends und praktische Beispiele aus dem Bereich der Kindertagesbetreuung aufgezeigt. Neben Kommunalpolitikern und Sachbearbeitern der Gemeinden, die für die Kindertagesbetreuung in den Gemeinden zuständig sind, waren auch Vertreter der Kindertageseinrichtungen, Schulen, Elternbeiräte, Jugendhäuser, Freien Träger, Kirchen sowie Tagespflegepersonen und ehrenamtlich Tätige eingeladen. Weit über 100 Personen waren zur Konferenz gekommen.
„Neben einem Rückblick soll es das oberste Ziel dieser Veranstaltung sein, neue Impulse für die Umsetzung eines bedarfsgerechten Betreuungsangebotes vor Ort zu bekommen sowie die Chancen und Risiken eines Ausbaus neu zu überdenken“, erklärte Landrat Matthias Dießl das Ziel der Veranstaltung. Er betonte zugleich, dass die Familie nicht zu ersetzen sei. Das wolle auch niemand. Dennoch sei eine gut organisierte und strukturiere Kinderbetreuung wichtig: „Insbesondere Familien, bei denen beide Elternteile berufstätig sind, können entlastet werden“, so Matthias Dießl. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werde gefördert. Kognitive, emotionale und motorische Defizite von Kindern könnten früher erkannt und ausgeglichen werden. Kinder aus sozial benachteiligten Familien würden Sicherheit, Geborgenheit und Förderung erfahren. Durch die frühkindliche Bildung, könnten Kinder sogar eher aufs Gymnasium gehen und dadurch einen höheren Abschluss erzielen. „Die Weichen werden also in jungen Jahren gestellt, deshalb ist es dem Landkreis so wichtig, dass die Kinderbetreuung auf einem hohen Niveau stattfindet“, verdeutlichte Matthias Dießl.Die aktuelle Situation im Landkreis Fürth sieht laut Jugendhilfeplanerin Tabea Höppner gut aus: Am 1. Januar 2009 wurden von den 2630 Kindern unter drei Jahren 432 in einer Kindertageseinrichtung und 74 in Kindertagespflege betreut. „Wir erreichen damit eine Versorgungsquote von 19,2 % und liegen somit über dem bayernweiten Durchschnitt von 13,2% und dem bundesdeutschen Durchschnitt von 17,8%. In einem Monat, am 1.1.2010, erheben wir die Belegungssituation neu. Ich gehe davon aus, dass wir dann die 20%-Marke knacken.“
4,5 Stunden lang wurde in Oberasbach intensiv über den Ausbau der Kinderbetreuung im Landkreis Fürth in quantitativer und qualitativer Hinsicht beraten. Viele Impulse lieferte gleich anfangs der Vortrag „Warum Pippi Langstrumpf so gesund und schlau war“. Dr. Eckard Schiffer, ehemaliger Chefarzt für psychosomatische und psychotherapeutische Medizin am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück, erläuterte, wie man Lebens- und Lernfreude in die Kindertagesstätten bringen kann. Nach einer kurzen Pause wurden sechs Projekte aus dem Landkreis Fürth im Rahmen von Workshops vorgestellt: Das fmf Familienbüro aus Stein gab einen Einblick in seine Arbeit. Über spannende Ferienbetreuungskonzepte informierten der AWO-Bezirksverband und Herr Gossler der Gemeinde Veitsbronn. Wie ehrenamtliches Engagement in einer Kindertageseinrichtung aussehen kann, stellte Frau Wegner vom „Zentrum Aktiver Bürger“ aus Nürnberg vor. Tipps für die Arbeit im Kindergarten gab es von Frau König, der Leiterin des Kindergartens St. Christophorus aus Fürth. Die Koordinatorin für die Beratungslehrkräfte im Landkreis Fürth, Frau Pfab, informierte über die offene und gebundene Ganztagsschule. Und dass auch Kooperationen zwischen Kindertagesstätten und der Kindertagespflege funktionieren können, zeigte das Kinderbüro aus Garmisch-Partenkirchen auf. „Die dritte Familienkonferenz gab wieder sehr viele Möglichkeiten zum gegenseitigen Austausch. Ich bin mir sicher, dass alle Gäste viel Wissenswertes für ihre tägliche Arbeit mitgenommen haben“, so der Landrat. Er bedankte sich bei Maximilian Gaul, dem Vorsitzenden des „Runden Tisches Familie“, dem Verein „1-2-3 e.V.“ sowie bei Jugendhilfeplanerin Tabea Höppner für die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten.
2. Familienkonferenz

Die 2. Familienkonferenz fand am 25.11.2008 in der Bürgerhalle in Obermichelbach zum Thema "Jung sein, alt sein, zusammen sein" statt. Ziel war es, Impulse für ein neues Miteinander zu erhalten und mit konkreten Projektideen wieder nach Hause zu gehen. Herr Dr. Kamman vom BMFSFJ hielt das Einstiegsreferat. Danach wurden 6 Projekte vorgestellt, die es im Landkreis Fürth bzw. in der Region bereits gibt:
1. Alt werden in den eigenen vier Wänden - Wohnraumberatung/Anpassung für ältere und behinderte Menschen
2. FAIR - FreiwilligenAgenturInRosstal
3. Generationenübergreifendes Gärtnern
4. Jugendliche erklären Senioren die moderne Technik
5. Netzwerk Ammerndorf
6. Soziale Betreuung von pflegebedürftigen älteren Menschen durch Schüler
Die Projektmappe enthält neben den Kontaktdaten und Kurzbeschreibungen der vorgestellten Projekte auch weitere Projektideen, die im Landkreis Fürth sowie der Region bereits umgesetzt wurden.
1. Familienkonferenz
'"Der Landkreis Fürth und seine 14 Kommunen arbeiten in bisher einmaliger Weise vorbildlich für andere Landkreise im Bereich Familien und Kinder zusammen", erklärte Max Gaul, Vorsitzender des "Runden Tisches Familie", im Rahmen der ersten Familienkonferenz, die in Wilhermsdorf stattfand."
Die Teilnehmenden sammelten Informationen zu den Themen "was im Landkreis bereits geschafft wurde und was man noch braucht. Weiter sollte die Veranstaltung Möglichkeiten zur Inspiration, zum Nachahmen, zum Austauschen und für künftige Kooperationen bieten. In einzelnen Arbeitsgruppen wurden die verschiedenen Punkte durchdiskutiert und ein Erfahrungsaustausch durchgeführt. Danach traf man sich wieder im Plenum.
Die Ergebnisse der Systemanalyse aus den Aufzeichnungen der einzelnen Gemeinden" wurden "zusammen mit den Anregungen aus den Workshops gesammelt und vom "Runden Tisch Familie" ausgewertet." Die Ergebnisse wurden den beteiligten Gemeinden zugesandt. (Fränkische Landeszeitung Nr. 273 am 26.11.2007)

