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Bezirkseinrichtung im Landkreis: „Schmuckstück“ Kulturhaus in Stein feierlich eröffnet

Es ist die erste Einrichtung des Bezirks Mittelfranken im Landkreis Fürth: Bei einer Feier mit vielen Gästen ist das Kulturhaus in Stein offiziell seiner Bestimmung übergeben worden.

Steins Bürgermeister Kurt Krömer überreichte an Bezirkstagspräsident Richard Bartsch symbolisch den Schlüssel für das Gebäude. Der Bezirk hat das historische Haus zunächst für 25 Jahre von der Stadt angemietet.

Landrat Matthias Dießl freute sich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des LEADER-Vereins Landkreis Fürth, dass für die Sanierung des alten Dorfhauses rund 165 000 Euro aus dem EU-Fördertopf LEADER flossen. „Der höchste Betrag, der bislang aus dem LEADER Programm für den Landkreis Fürth genehmigt wurde“, wie der Landrat betonte.

Neu aufgestellte Wegweiser weisen jetzt auf die Einrichtung am Asbacher Weg 3 im Steiner Ortsteil Unterweihersbuch hin. Es soll „ein Ort der kulturellen Vielfalt und Information, des Austausches und der Bildung werden“, wie Richard Bartsch betonte.

Symbolisch pflanzten Bezirkstagspräsident, Landrat und Bürgermeister einen Obstbaum der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf in der Außenanlage des Kulturhauses. Bei anschließenden Führungen konnten Interessierte einen Blick auf die künftige Nutzung des Kulturhauses werfen.

Gleich drei Einrichtungen des Bezirks Mittelfranken sind in dem Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert untergebracht: So ist die Trachtenforschungs und -beratungsstelle mit dem Trachtendepot, einer Bibliothek und einem Büro im Kulturhaus zu finden. Geplant sind Fortbildungen, Kurse und Ausstellungen.

Darüber hinaus wird der Popularmusikberater des Bezirks Mittelfranken von hier aus Beratungen anbieten und Workshops abhalten. Anlässlich der Eröffnung spielte seine Band „Me&Reas“ und begeisterte die Gäste mit harmonischen Rhythmen. Außerdem bietet das Kulturhaus Raum für ein Büro des Musikfestivals „fränkischer sommer“. Mit Veranstaltungen und Ausstellungen will ferner die Bezirksheimatpflege das Ziel des Bezirks umsetzen, das Kulturhaus zu einem überörtlichen Kulturzentrum zu entwickeln. „Es soll dank der verschiedenen Einrichtungen nicht nur zu einer Forschungseinrichtung der Regionalkultur werden, sondern sich außerdem als Bildungs- und Fortbildungseinrichtung etablieren“, so Richard Bartsch.

Die einzelnen Nutzer des Hauses haben wir im Landkreismagazin in einer Serie ausführlich vorgestellt. Am 12. April 2016 fiel der offizielle Startschuss für die Sanierungsarbeiten an dem denkmalgeschützten Gebäude, das dann aber Anfang Oktober einem Großbrand zum Opfer gefallen war. Im ganzen Stadtgebiet ertönten die Sirenen und das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder.

„Ich war auf dem Weg zur Mainfrankenmesse in Würzburg und habe auf Facebookdie Löscharbeiten verfolgt - auf Bildern konnte man sehen, wie das Haus kleiner und kleiner wurde“, erinnerte sich Richard Bartsch. Die Generalsanierung war zunichte gemacht. Sogar die Giebelwände mussten eingerissen werden.

Alle Redner dankten den Einsatzkräften, die bei dem Großbrand stundenlang gegen die Flammen angekämpft hatten. Fünf Tage nach dem Brand war eine Sitzung des Steuerungskreises von LEADER anberaumt. Sowohl der Landrat als auch Kurt Krömer erinnerten in ihren Grußworten daran. „Von dem Gebäude waren nur noch Fotos vorhanden“, sagte der Bürgermeister. „Im Steuerungskreis von LEADER waren sich aber alle einig, dass das Projekt trotzdem weiter fortgeführt werden soll. Die Stadt hat keinen Zweifel aufkommen lassen, dass dies trotz des Rückschlags möglich ist“, betonte der Landrat. Es sei etwas besonderes, die erste Einrichtung des Bezirks im Landkreis Fürth zu bekommen, sagte Matthias Dießl.

Damit rückt der Bezirk etwas näher an den Landkreis Fürth heran. Die drei Stellen, die das Kulturhaus nutzen, verbinden nach den Worten des Landrats das Traditionelle mit dem Modernen. So seien Trachten wieder in Mode und der Popularmusikberater befasse sich vor allem mit der aktuellen Musikszene. Der Bezirkstagspräsident dankte der Stadt Stein, „die uns mit offenen Armen aufgenommen hat und so ziemlich alles ermöglicht hat, was wir uns vorgestellt haben.“ Die Zusammenarbeit sei optimal gewesen. Der Stadtrat sei mutig vorangegangen und habe sich darauf eingelassen, das Haus aus eigenen Mitteln - und mit vielen Zuschüssen - zu sanieren. Es war eines der ersten genehmigten LEADER-Projekte im Landkreis - und das bisher einzige, für das die maximale Fördersumme von 200 000 Euro in Anspruch genommen werden sollte.

Nach dem Brand musste einiges umgeplant werden, einiges ließ sich aber auch einfacher gestalten und es soll Geld aus einem Entschädigungsfonds fließen. Deshalb wurde am Ende nur eine LEADER-Förderung in Höhe von 165 000 Euro benötigt. „Das Vertrauen, das wir in die Stadt Stein gesetzt haben, ist erfüllt worden“, sagte der Landrat. Mit Baukosten in Höhe von 1,45 Millionen Euro konnte am Ende - trotz des Brandes - der gesteckte Kostenrahmen eingehalten werden.

Kurt Krömer freute sich, dass die Eröffnung im Jubiläumsjahr „40 Jahre Stadt Stein“ stattfand - auch wenn sie eigentlich ein Jahr früher geplant gewesen sei. Die Zahl 40 habe noch eine andere Bedeutung für das Kulturhaus, sagte der Bürgermeister. Beim 40. Geburtstag der Messe Nürnberg im Jahr 2014 hatten sich Krömer und Bartsch nämlich erstmals über das Kulturhaus unterhalten.

Insgesamt stehen dem Bezirk in dem Haus mehr als 400 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Es handelt sich um ein ehemaliges Wohnstallhaus aus der Zeit um 1800 mit späteren Umbauten, das lange Zeit leer stand und ziemlich verfallen war. Auch ein ehemaliger Bewohner des Hauses war bei der feierlichen Eröffnung anwesend. Das Haus steht unter Denkmalschutz. Der Bezirkstagspräsident sprach von einem „Schmuckstück in Mittelfranken“.

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