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Bio-Christbäume aus Großhabersdorf: „GuFü” zu Besuch bei Raymund Filmer

Raymund Filmer führt Landrat Matthias Dießl und Bürgermeister Thomas Zehmeister durch die Christbaumkultur.

Seit 30 Jahren betreibt Raymund Filmer eine Christbaumkultur im Großhabersdorfer Ortsteil Wendsdorf. Doch seine Bäume sind nicht wie die anderen: Sie sind biologisch angebaut, werden von Schafen gedüngt und wachsen in einer naturnahen waldähnlichen Kultur.

Die Regionalinitiative „Gutes aus dem Fürther Land” informierte sich zusammen mit Landrat Matthias Dießl und dem örtlichen Bürgermeister Thomas Zehmeister vor Ort über den besonderen Christbaumverkauf. 

„Bei mir wandern die Bäume sozusagen direkt aus einer dem Wald vergleichbaren Kultur in das Wohnzimmer”, schilderte Raymund Filmer. Die Christbäume können die Kunden bereits geschlagen kaufen. „Die Mehrzahl der Kundschaft sucht sich den Wunschbaum auf dem Gelände aus, reserviert ihn, und ich schneide ihn ab und verpacke ihn abholbereit in unserem Hof”, so Filmer, der früher Förster im nördlichen Landkreis war und den Bio-Christbaumverkauf nebenher betrieb.  

„Wir haben 1993 angefangen, nachdem wir die Genehmigung für die Aufforstung bekommen hatten”, erzählte er. „Wir wollten von Anfang an Bio-Christbäume anbieten, also haben wir nie Kunstdünger oder Pestizide verwendet.” Stattdessen setzt Filmer auf seine Shropshire-Schafe, eine besondere Rasse, die sich für Christbaumkulturen eignet. „Sie fressen das Gras, aber lassen die Bäume in Ruhe. Man muss nur aufpassen, dass sie noch genug fressen haben, sonst werden auch mal die Bäume angeknabbert”, wusste der ehemalige Förster zu berichten. Früher hatte er sieben Schafe, jetzt reichen ihm zwei, da sich die Vegetation verändert hat.  

Es gibt drei Bereiche 

Raymund Filmer hat seine Fläche nämlich nicht auf einmal bepflanzt, sondern nach und nach. So konnte er sein Angebot über viele Jahre verteilen. Heute gibt es drei verschiedene Bereiche: Der älteste ist wie ein kleiner Wald, in dem die Tannen im Halbschatten wachsen. „Hier haben wir kaum Verluste durch Trockenheit oder Frost, weil die alten Bäume die jungen schützen”, erklärte der Experte. „Außerdem haben sich hier Waldgräser und Moos angesiedelt, die keine Konkurrenz für die jungen Tannen sind.” Der jüngste Bereich ist noch eine Wiese, auf der die Bäume mehr Sonne abbekommen, aber auch mehr leiden. „Hier muss ich oft gießen, um die Nachpflanzungen zu retten”, so Filmer. Der mittlere Bereich ist eine Mischung aus beiden.  

Landrat: „Sie schaffen Lebensräume" 

Landrat Matthias Dießl zeigte sich beeindruckt von der Bio-Christbaumkultur: „Ich finde es großartig, was Familie Filmer hier leistet. Sie zeigen, dass man ökologisch und ökonomisch erfolgreich sein kann”, lobte er. „Ihre Bäume sind nicht nur schön, sondern auch gut für die Umwelt. Sie schaffen Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz in unserem Landkreis”, unterstrich der Landrat. Auch Großhabersdorfs Bürgermeister Thomas Zehmeister lobt das Engagement von Familie Filmer: „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir mit dem Betrieb Filmer einen örtlichen Christbaumbetrieb haben, der schon seit vielen Jahren Christbäume in Bio-Qualität anbietet.“ 

Die Kunden können sich ihren Baum selbst aussuchen und reservieren. Jeder Baum hat eine Nummer und einen Preis auf einem Etikett. Kurz vor Weihnachten können die Kunden ihren Baum verpackt am Hof abholen. „So bekommen sie einen frischen Baum, der nicht lange gelagert wurde”, sagte Filmer. „Und wir müssen keine Bäume verschwenden, die keiner will.” 

Raymund Filmer verkauft nicht nur Bäume, sondern auch Tannenzweige, die beim Aufasten der älteren Bäume anfallen. Ein Teil davon geht an Blumengeschäfte, ein anderer Teil an die Kunden, die dafür für ein Frauenprojekt im Kongo spenden. „Das ist ein Herzensprojekt von meiner Frau, das sie schon lange unterstützt”, sagte der Waldfachmann.  „Im Rahmen des Projektes erhalten Frauen eine Ausbildung, die sie befähigt, zusammen mit anderen Frauen Projekte durchzuführen. So können sie ein eigenes Einkommen erwirtschaften, sich und ihre Familien ernähren und den Kindern eine Ausbildung ermöglichen.” Familie Filmer spendet auch jedes Jahr Bäume an das Dorf, um es für den Adventsmarkt zu schmücken.  

Tiere fühlen sich wohl 

Doch Raymund Filmer tut nicht nur etwas für die Menschen, sondern auch für die Tiere. „Wir haben hier viele Vögel, die in den Bäumen nisten, zum Beispiel Wintergoldhähnchen oder Spechte”, erläuterte er. „Und am Boden gibt es viele Wiesenameisen, die den Boden auflockern und Nährstoffe einbringen. Man sieht hier oft alte und neue Ameisennester.” Filmer ist stolz auf seine Christbaumkultur, die mehr ist als ein Geschäft. „Wir lieben die Natur und wollen sie erhalten. Und wir freuen uns, wenn unsere Kunden zufrieden sind und unsere Bäume schätzen.”