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Genehmigung für Förderperiode 2023 bis 2027 in Aussicht gestellt: Landkreis Fürth bleibt LEADER-Region

Seit dem Jahr 2015 ist der Landkreis Fürth zusammen mit seinen 14 Gemeinden eine LEADER-Region und kann damit Mittel aus dem Fördertopf der EU für vielfältige Projekte verwenden.

Nun wurde die Genehmigung für die neue Förderperiode in Aussicht gestellt. „Damit bleibt der Landkreis Fürth bis 2027 weiterhin eine LEADER-Region”, freute sich Landrat Matthias Dießl.

Anfang Dezember beriet das LEADER Auswahlgremium des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über die Verlängerung und bewertete dabei die vom Landkreis eingereichte Lokale Entwicklungsstrategie (LES). Wie die Behörde dem Landkreis nun mitteilte, seien die Auswahlvoraussetzungen für eine Teilnahme an der LEADER-Förderperiode 2023 bis 2027 erfüllt.

„Wir können damit auch in den kommenden Jahren viele große und kleine Projekte umsetzen, worauf wir uns schon sehr freuen”, sagte der Landrat als Vorsitzender des Vereins „LEADER- Region Landkreis Fürth”. Er bedankte sich bei dem Auswahlgremium für die positive Entscheidung.

Der Landkreis ist in Mittelfranken einer von neun Lokalen Aktionsgruppen, die sich an LEADER 2023 bis 2027 beteiligen. LEADER ist die Abkürzung für „Liaison entre actions de développement de l´économie rurale“ – zu Deutsch: „Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft”. Dieses Förderinstrument der Europäischen Union gibt es bereits seit Beginn der 90er Jahre. Mit EU-Fördergeldern können modellhafte Projekte bezuschusst werden, um den ländlichen Raum aber auch die Wirtschaft zu stärken. Die Lokalen Aktionsgruppen (LAG) sind Partnerschaften aus Kommunen, Vereinen, Verbänden, Unternehmen und Privatpersonen, die sich mit viel Zeit und Herzblut als Ideenschmieden für die Weiterentwicklung ihrer Region engagieren. Ganz nach dem Motto „Bürger gestalten ihre Heimat“ entscheidet die LAG durch ihren Steuerkreis selbst, welche Projekte in ihrer Region förderwürdig sind.

Im Landkreis Fürth wurden seit 2015 mehrere Dutzend Projekte mit LEADER umgesetzt. Darunter die „Hofladenbox”, die Aktion „Draußen sein”, das Blühflächen-Projekt, das überregionale Kooperationsprojekt Mittelfränkischer Jakobsweg zwischen Nürnberg und Rothenburg, der Kunst- und Naturweg in Ammerndorf, der Garten der Hoffnung in Puschendorf und der Felsenkeller in Cadolzburg. Im Rahmen der beiden Projekte „Spuren jüdischen Lebens in Westmittelfranken” und „Erfassung historischer Kulturlandschaften” wurden Broschüren veröffentlicht. Auch der Erlebnisweg Wallensteins Lager und die Galerie des Museums für zeitgenössische Kunst in Zirndorf erhielten eine LEADER-Unterstützung. Zudem wurde ein Budget für Kleinprojekte eingeführt.

LEADER-Managerin ist Alida Lieb. Sie berät Antragsteller während des gesamten Projekt und Förderprozesses - von der ersten Projektidee hin zur Einbringung in den Steuerkreis, vom Förderantrag bis zur abschließenden Auszahlung. In diesem Jahr brachte das Gremium zwei neue LEADER-Projekte auf den Weg: Auf dem Freizeitgelände östlich der Eichwaldhalle entstand durch die Gemeinde Puschendorf ein Asphalt-Pumptrack für Zweiräder und Skater aller Art. Die Idee entstammt der Jungbürgerversammlung, die Jugendlichen wurden in die Planungen des Pumptracks miteingebunden. Ein Pumptrack ist eine speziell geschaffene Mountainbike-Strecke. Das Ziel ist es, darauf ohne zu treten und durch Hochdrücken des Körpers, Geschwindigkeit aufzubauen.

In Roßtal soll das Badershaus im Ortskern mit Instrumenten, Technik und Mobiliar ausgestattet werden. Das historische Gebäude wird als neuer kultureller Bildungs-und Begegnungsort, unter anderem auch für Sing- und Musikschule im südlichen Landkreis Fürth, nutzbar gemacht. „Wir haben viele Ideen für die neue Förderperiode und werden die Fördergelder wieder sehr sinnvoll und gerecht über den Landkreis verteilen”, versprach Matthias Dießl. Die Höhe der künftigen Fördergelder wurde noch nicht bekannt gegeben, es wird aber ein vergleichbares Budget wie im vergangenen Förderzeitraum erwartet.