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Landkreis Fürth als erster „Fairtrade-Landkreis“ in der Metropolregion Nürnberg ausgezeichnet

Landrat Matthias Dießl (4. V. l.) und der Steuerungskreis Fairtrade haben die Auszeichnung von Manfred Holz, Ehrenbotschafter des TransFair e.V. (5.v.l.) bekommen

Fairtrade ist eine Kampagne, die Engagement bündelt, um faire Arbeits- und damit Lebensbedingungen zu schaffen. Im Rahmen der CONSUMENTA 2016 erhielt der Landkreis Fürth nun von TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland) den Titel „Faitrtrade-Landkreis“ und ist damit der erste Landkreis in der Metropolregion Nürnberg mit dieser Auszeichnung.

„Ich freue mich sehr über diesen Titel; denn es war und ist unser Ziel, auf regionaler Ebene eine globale Verantwortung zu übernehmen“, so Landrat Matthias Dießl bei der Übergabe der Urkunde. „Das Engagement in den Fairtrade-Kommunen, in Politik und Wirtschaft sowie in den unterschiedlichen Initiativen ist beeindruckend. Es gibt in unserem Landkreis viele Menschen, die sich beteiligen und die diese Auszeichnung erst ermöglicht haben.“

Fairtrade im Landkreis
Langenzenn, Cadolzburg, Zirndorf und Roßtal sind Kommunen, die bereits als Fairtrade-Town zertifiziert sind, Oberasbach und Stein befinden sich auf dem Weg dahin. Auch die Schulen engagieren sich: Als „Fairtrade-School“ dürfen sich bereits das Wolfgang-Borchert-Gymnasium in Langenzenn und das Gymnasium Stein bezeichnen, das Dietrich- Bonhoeffer-Gymnasium in Oberasbach steht ebenfalls vor der Auszeichnung. Aus diesen Aktivitäten entwickelte sich die Motivation, die Zertifizierung als Fairtrade-Landkreis anzustreben und so wurde am 22. August 2016 eine Bewerbung abgegeben, die Zusage erreichte den Landkreis mit seinem Regionalmanagement am 8. Oktober 2016.

Die Kriterien für die Bewerbung:

Kriterium 1: Es liegt ein Beschluss des Kreistages vor, dass bei allen Sitzungen des Kreistages und seiner Ausschüsse sowie im Büro des Landrates Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel verwendet wird.
Kriterium 2: Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zum „Fairtrade-Kreis“ die Aktivitäten vor Ort koordiniert (mindestens drei Personen aus den Bereichen städtische Verwaltung/ Politik, Handel/ Wirtschaft und Zivilgesellschaft).
Kriterium 3: In den lokalen Einzelhandelsgeschäften, Cafés und Restaurants werden gesiegelte Produkte aus Fairem Handel angeboten.
Kriterium 4: In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fairtrade-Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt (mindestens eine „faire“ Schule, ein „fairer“ Verein sowie eine „faire“ Kirche).
Kriterium 5: Die örtlichen Medien berichten über alle Aktivitäten auf dem Weg zum „Fairtrade-Kreis“ (mind. vier Medienartikel).

Diese Voraussetzungen konnten im Landkreis Fürth sogar mehr als erfüllt werden. Im Vergleich: Gefordert waren 22 Einzelhandelsgeschäfte (24 im Landkreis Fürth), in der Gastronomie 11 Betriebe (14 im Landkreis Fürth), eine Schule (vier im Landkreis Fürth), eine Kirchengemeinde (6 im Landkreis Fürth) und mindestens ein Verein (9 im Landkreis Fürth).

Landrat Matthias Dießl bedankte sich bei allen Beteiligten „für die große Unterstützung und das positive Zeichen, das wir gemeinsam als erster Landkreis in der Metropolregion Nürnberg setzen. Unser Ziel ist es, dieses Engagement fortzusetzen und zu unterstützen. Aktuell bemühen wir uns gemeinsam mit den Kommunen Stein, Langenzenn, Cadolzburg und Veitsbronn um eine Koordinationsstelle für entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Im respektvollen Umgang mit Menschen und Ressourcen sehe ich auch die Möglichkeit, die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern, die sonst oft zur Flucht führen.“

Fairtrade

Fairtrade ist eine weltweite Kampagne, die es sich zum Ziel setzt, Engagement zu bündeln, um auf faire Handelsstrukturen, umweltfreundliche Anbaumethoden und Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen. Ziel der weltweit rund 2000 Fairtrade-Towns ist die Verbindung von Konsumenten, Unternehmen und Produzenten. Der Handel, bzw. das Handeln sollen verändert werden, zugunsten von besseren Preisen für Kleinbauern und ihren Familien sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte in Entwicklungs- und Schwellenländer.

Die Geschichte des fairen Handels in Europa beginnt mit einem sehr beliebten Heißgetränk: Kaffee. Weltweit das zweitwichtigste Importgut nach Erdöl, wird er für einen Hungerlohn in Schwellen- und Entwicklungsländern produziert. Dieser Ungerechtigkeit erstmals bewusst, gründet sich 1967 die holländische Stiftung SOS Wereldhandel mit dem Ziel, Produkte aus Entwicklungsländern zu fairen Bedingungen zu vertreiben. Die Zahl der Kleinbauernfamilien und Beschäftigten auf Plantagen im Fairtrade-System stieg bis Ende 2014 auf 1,65 Millionen. Der Gesamtumsatz 2015 des Fairen Handels in Deutschland betrug 1.139 Mio. €
(www.fairtrade.de)

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