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Latexhandschuhe verwandeln sich in Laptop

Präventionsverein 1-2-3 e.V. erhält "tragbare Geschäftsstelle" Eintausendeinhundertundeinunddreißig Euro waren einem Franken die berühmten schwarzen Latex-Handschuhe von Landrätin Dr. Gabriele Pauli wert, die sich über diese hohe Summe sehr freute, hatte sie den Erlös doch bereits "ihrem" Präventionsverein 1.2. 3 e.V. versprochen. Bei der heutigen Sitzung im Veitsbronner Wertstoffzentrum stellte sie der Vorstandschaft den Laptop vor, der mit dieser Summe angeschafft wurde. Für die aktiven Mitglieder von 1-2-3 e.V. erleichtert die Neuanschaffung die Arbeit enorm: Der Verein lebt durch ein dichtes Netzwerk von Personen, die sich ehrenamtlich einbringen. Auf dem Laptop können nun die unterschiedlichen Projekte, Konzepte, Tätigkeitsberichte, Bilder, Kassen- und Jahresberichte abgespeichert und von den ehrenamtlichen Mitarbeitern wieder abgerufen werden. Umständliche, langwierige Recherchearbeiten gehören der Vergangenheit an, die Kommunikation wird einfacher, Informationen und Ideen gehen nicht mehr verloren. Das Gerät dient aber nicht nur als tragbare Geschäftsstelle und Archiv, sondern kann auch bei den einzelnen Veranstaltungen eingesetzt werden, sei es zum Abspielen einer Power-Point-Präsentation oder eines Videoclips. Die Aktivitäten von 1-2-3 e.V. nahm die Landrätin auch zum Anlass, zu den Ergebnissen der aktuellen Prognos-Studie, bei der der Landkreis angeblich mit "Schlechten Noten für Familienfreundlichkeit" abschnitt, Stellung zu nehmen. "Wie bei allen Studien, hängt das Ergebnis davon ab, was man abfragt und welche Einzelindikatoren mit welcher Gewichtung zu anderen, passenden oder auch nicht passenden in Relation gesetzt wird", stellte Dr. Pauli fest. Bei Freizeitangeboten für Jugendliche muss man sich beispielsweise fragen, wie viele Multiplex-Kinos ein Landkreis braucht, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft in dieser Hinsicht alles geboten wird? Die gemeindliche Jugendarbeit im Landkreis ist sehr aktiv, in 13 von 14 Gemeinden gibt es Räume für offene Kinder- und Jugendarbeit, in 12 Gemeinden mindestes eine hauptamtliche pädagogische Fachkraft, eine Gemeinde verfügt über ein ehrenamtliches Betreuerteam. Es gibt im Landkreis eine große Anzahl von Sportvereinen, die Jugendarbeit leisten, ebenso die einzelnen Kirchengemeinden. Aus der Studie ist nicht ersichtlich, ob nur die hauptamtlichen pädagogischen Fachkräfte oder auch die sonstigen, verbandlichen oder in der kirchlichen Jugendarbeit eingesetzten Fachkräfte gewertet wurden. Dass die Bodenpreise im Landkreis Fürth hoch sind, ist unbestritten - ebenso aber auch, dass die Einwohner des Landkreises das dritthöchste Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt in Mittelfranken haben. Reklamiert wird auch die Entfernung zu den Mittelzentren. Der Landkreis Fürth hingegen ist eindeutig auf die oberzentralen Städte orientiert, wohin auch die wichtigsten ÖPNV-Verdingungen gehen. Auch mit dem PKW braucht man von keinem Punkt des Landkreises länger als eine halbe Stunde zum Oberzentrum. Der Landkreis Fürth hat die höchste Frauenerwerbsquote in Mittelfranken und liegt damit über dem bayerischen Durchschnitt. Das Angebot an Betreuungsplätzen für alle Altersstufen wird ständig dem Bedarf angepasst - auch hier ist kein Defizit ableitbar. Die Arbeitslosenquote ist sehr niedrig - dass die Beschäftigungsquote abnimmt, ist kein Qualitätsmangel, sondern die natürliche Folge des Altersaufbaus. Im Vergleich zu 2004, wo Fürth-Land auf Platz 250 landete, hat sich der Landkreis immerhin um 55 Plätze verbessert. Zum Schluss wies die Landrätin darauf hin, dass die gleiche Firma Prognos in ihrem 2005 erschienenen Familienatlas, in dem die Familienfreundlichkeit gemessen wurde, dem Landkreis Fürth das Spitzenprädikat "Wo es sich als Familie gut wohnen und leben lässt" verleiht - ein Prädikat, das dem Landkreis nach einhelliger Meinung von Landrätin und 1-2-3 e.V. immer noch und auch in der Zukunft zusteht.