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LEADER-Förderung für Kleinprojekte beginnt mit vier Maßnahmen

Neu beim EU-Förderprogramm LEADER ist seit Anfang 2017 die Möglichkeit, aus einem Fördertopf für Kleinprojekte unbürokratisch Zuschüsse zu erhalten.

Im Vordergrund der Unterstützung steht das Bürgerengagement, also das Engagement, das die Akteure investieren und das durch die Unterstützung in Zukunft noch ausgebaut werden kann. Die ersten Projekte wurden im März durch den Steuerungskreis ausgewählt:

LANGENZENN
Der Heimatverein Langenzenn, ein Verein mit 540 Mitgliedern, veranstaltet mit ehrenamtlichen Führern jährlich zirka 40 Stadtführungen im Altstadtbereich, darunter auch vereinzelte Führungen in die „Langenzenner Unterwelt“. Zu den neuesten Projekten des Vereins, das vor allem bei jungen Leute beliebt ist, zählt das 2014 wiederbelebte, jährlich stattfindende Kolbschluchtfest vor dem Kolbskeller.
An diese „Verjüngung“ möchte der Verein gerne anknüpfen und die historisch sehr spannenden Keller – ehemals genutzt als Bierkeller, Luftschutzbunker etc. – stärker in den Fokus stellen. Der Heimatverein plant, den größten der Langenzenner Bierkeller, den Kolbskeller, zu beleuchten.
Das Ziel des Vereins ist es, die bislang mit Taschenlampen eher provisorisch durchgeführten Kellerführungen sicherer und besser und dadurch mehr Besuchern zugänglich zu machen. Aus dem LEADERTopf sollen 2000 Euro bereitgestellt werden, um Leute für die Geschichte des Landkreises und für die Heimatpflege zu begeistern und auch bei den Vereinsmitgliedern, die Bereitschaft, sich als ehrenamtlicher Führer zu engagieren, zu steigern.

VEITSBRONN
Veitsbronn besitzt sehr wenig historische Substanz. Aus diesem Grund ist das ehrenamtliche Engagement des Heimat- und Geschichtsvereins Veitsbronn (VHGV) für den Ort und den Landkreis mit heute 131 Mitgliedern besonders wichtig. In den letzten zehn Jahren sammelte der VHGV Gebrauchsgegenstände aus früheren Epochen, darunter auch viele Waagen. In der früheren Viehwaage hat der VHGV nun die Möglichkeit, die historischen Gegenstände angemessen zu präsentieren.
Inzwischen stehen weit über einhundert Waagen aus verschiedenen Epochen zur Verfügung. Der VHGV beabsichtigt nun, die Waagensammlung auszubauen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Gruppen und insbesondere auch Schulklassen können nach Vereinbarung die Exponate besichtigen. Die gesamte Einrichtung wird ehrenamtlich erstellt und betrieben und unterstützt die Einbindung von Bürger und Vereinen. Im Rahmen des Projektes „Unterstützung Bürgerengagement“ soll die Anschaffung von Regalen mit 2.000 Euro bezuschusst werden.

VINCENZENBRONN
Der Ortsverein Vincenzenbronn wurde 1980 mit 23 Mitgliedern gegründet, heute kümmern sich zirka 80 Mitglieder um die Belange der Ortschaft. Der Ortsverein unterhält ein Bürgerhaus und veranstaltet im Jahr verschiedene Aktivitäten. Mit der Errichtung eines Historienplatzes am Quellenweg in Vincenzenbronn möchte der Verein daran anknüpfen, das bürgerliche Engagement und die Identifikation mit dem Ort zu stärken.
Am westlichen Ortsrand von Vincenzenbronn wurde nach dem Ende des Flurbereinigungs- und Dorferneuerungsverfahrens im Jahr 2002 ein Gedenkstein in einer kleinen Grünfläche direkt neben dem Rütteldorfer Weg errichtet. Hans Satzinger, als Kreisvorsitzender der Feldgeschworenen, hat in den letzten Jahren mehrere alte historische Grenzsteine gesichert und zusammen mit Johann Schmieg vom Ortverein Vincenzenbronn die vorhandenen Inschriften restauriert bzw. neue angebracht.
Als Kooperation beider Vereine sollen nun an diesem Platz weitere Steine aufgestellt werden, die auf verschiedene historische Daten in der Ortsgeschichte von Vincencenbronn hinweisen. Die Umsetzung der Maßnahme ermöglicht den Akteuren die Durchführung besonderer Veranstaltungen und Führungen z.B. mit Schulen oder Kindergärten. Für diesen Zweck und um diese Zusammenhänge auch für Einheimische und Wanderer deutlich zu machen, soll dort eine Tafel mit allen relevanten Daten zu den einzelnen Steinen errichtet, ein Rastplatz angelegt und der nötige Weg, der Platz mit Tisch und Bänken sowie das Umfeld der Informationstafel entsprechend befestigt werden. Auch hierfür ist ein Zuschuss in Höhe von 2000 Euro vorgesehen.

DÜRRNFARRNBACH
Das Engagement der Bürger für den kleinen Ort Dürrnfarrnbach in Wilhermsdorf ist sehr groß. Gemeinsame ehrenamtliche Tätigkeiten der Dorfgemeinschaft ist das Dekorieren des Dorfplatzes mit Blumenschmuck, das gemeinsame Osterkronen Binden, Feldgeschworenentätigkeiten, Landfrauenarbeit, Freiwillige Feuerwehr sowie die Aktivitäten des Vereins für Kultur und Gewässerpflege. Viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit wurden zudem in Eigenleistung bereits in das Dorfhaus investiert.
Um die Gemeinschaft im Dorf zu fördern und vor allem auch um den Wegzug der jungen Generation zu vermeiden und den Ort als Lebensmittelpunkt interessant zu gestalten, sind im Gemeinschaftshaus Spieleabende, Fernsehabende mit „Kino Flair“, ein Jugend- und ein Seniorentreff geplant. LEADER möchte die Dorfgemeinschaft bei der Ausstattung des Dorfhauses mit Tischplatten, Beamer, Leinwand und Stereoanlage unterstützen. Über die Maßnahme muss der Steuerkreis am 18. Juli erneut beraten, da es noch Änderungen in der Maßnahme gab.

Was ist LEADER?
Bei LEADER werden nach dem Motto „Bürger gestalten ihre Heimat“ kreative und nachhaltige Projekte entwickelt, die zur Stärkung der Region, ihrer Kommunen und ihrer Bürgerinnen und Bürger beitragen. LEADER verfolgt das Ziel, die Aktivitäten im Landkreis Fürth in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Demographie und Tourismus zu fördern und dadurch den Landkreis weiterzuentwickeln und zu vernetzen.
Im Rahmen des Projektes „Unterstützung Bürgerengagement“ werden formlos Projekte bis maximal 2.000 Euro gefördert. Unterstützt werden Maßnahmen im Landkreis Fürth, die zur lokalen Entwicklungsstrategie beitragen, bei denen mehrere Personen beteiligt sind und die als innovativ bzw. neuartig einzustufen sind. Der lokale Akteur schließt zu seiner geplanten Maßnahme eine Zielvereinbarungn mit der LAG ab.

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