| AAA | Drucken

Welt-AIDS-Tag: Realschüler in Zirndorf werden Theaterstück einstudieren, das „unter die Haut“ geht

Den Welt-AIDS-Tag nimmt auch die Schwangerenberatungsstelle am Landratsamt Fürth erneut zum Anlass daran zu erinnern, dass das HI-Virus noch längst nicht besiegt ist. Geplant ist diesmal jedoch ein Projekt, das weit über die normale Öffentlichkeitsarbeit hinausgeht: Mit Schülern der Staatlichen Realschule Zirndorf soll ein Theaterstück erarbeitet werden, das „unter die Haut“ geht – genauso soll auch der Titel des Stücks lauten. Kooperationspartner sind die Aidsberatung Mittelfranken und die Agentur „Kunstdünger“. Für dieses Jugendpräventionstheater gab es bereits ein erstes Vorbereitungstreffen, als nächstes sollen im Rahmen eines Castings mit dem Theaterpädagogen Jean-Francois Drozak am 1. Februar 2007 die „Schauspieler“ aus den 8. Klassen ausgewählt werden. Einstudiert werden soll dann ein Theaterstück, das den Zuschauern die Auseinandersetzung mit AIDS näher bringen sollen. Nicht ohne Grund: „Einer Information des Robert-Koch-Instituts zufolge wurden im 1. Halbjahr 2006 1.197 HIV-Infektionen neu diagnostiziert, die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen liegt mit Sicherheit noch höher. Wir müssen jede Generation neu über Ansteckungswege und vor allem über den dringend notwendigen Schutz vor HIV und AIDS informieren“, betont Landrätin Dr. Gabriele Pauli. In Mittelfranken gibt es derzeit rund 1200 Personen, die „positiv“ getestet sind. Während einer Projektwoche vom 12. bis 16. März 2007 werden 10 bis 15 Schülerinnen und Schüler das Stück „unter die Haut“ mit unterschiedlichen Verläufen entwickeln. Der grobe Rahmen wird aber so vorgegeben sein: Thomas ist 15 Jahre alt und HIV-positiv. Am Frühstückstisch fragt er seine Eltern weshalb er täglich 30 Tabletten nehmen solle. Thomas ist ein realer 15Jähriger, dessen selbst erlebte Erfahrungen Grundlage des Drehbuchs sind. Die Jugendlichen sind selbst die Träger der Präventionsbotschaft. Die SchauspielerInnen improvisieren die Inhalte in ihrer eigenen Sprache. Die Zuschauerinnen und Zuschauer fühlen, denken und gestalten aktiv mit. Vorgesehen sind drei Aufführungen für die Schüler und eine Elternveranstaltung. Das Besondere an dem Projekt ist, dass das Stück als eine Folge von Szenen konzipiert ist, die in ihrem Fortgang durch die Mitwirkung des Publikums bestimmt werden. Die Zuschauer können sich mögliche andere Spielverläufe überlegen und sich beteiligen. Über die so entstehende Identifikation entsteht ein lebendiges und ich-nahes Bild von AIDS, das in seiner Präventionswirkung weit über Slogans oder theoretischen Unterricht hinausgeht. AIDS soll erlebbar gemacht werden. „Ich danke der Realschule und ihrem Schulleiter Josef Nisster, das dieses Theaterprojekt für die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen durchgeführt werde kann. Wir und die Kooperationspartner freuen uns bereits auf dieses spannende Experiment“, so die Landrätin. Die Schwangerenberatungsstelle ist Mo-Fr von 8-12 Uhr und Mo-Do von 13-16 Uhr unter der Telefonnummer 0911/9773-1866 erreichbar. Für die Bürger des Landkreises stehen ab 01.12.06 wieder Infotische mit Broschüren zu HIV/AIDS in der Halle des Zirndorfer Landratsamts, Im Pinderpark 2, und im Foyer des Dienstgebäudes Fürth, Stresemannplatz 11, bereit.