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„Wild“ statt „mono“ - Ressourcenschonende Energielieferung durch die heimische Landwirtschaft

Die Regionalinitiative „Gutes aus dem Fürther Land“ informierte sich mit Landrat Matthias Dießl und dem 1. Bürgermeister von Cadolzburg, Bernd Obst, über ressourcenschonende Energiegewinnung in der regionalen Landwirtschaft.

Die Regionalinitiative „Gutes aus dem Fürther Land“ hat sich zusammen mit Landrat Matthias Dießl und dem 1. Bürgermeister des Marktes Cadolzburg Bernd Obst über die Chancen und Möglichkeiten von ressourcenschonender Energiegewinnung durch die heimische Landwirtschaft informiert.

Bei einer rasant steigenden Nutzung von momentan fast einem Viertel der Anbaufläche im Landkreis als Maisfelder wird die Frage nach einer nachhaltigen und neuen Anbaustrategie immer wichtiger.

Kaum an einer besseren Stelle als auf dem Feld selbst kann man sich im Landkreis Fürth über nachhaltige und neue Wege der Biogaserzeugung informieren. Zu diesem Zweck versammelten sich Landrat, Bürgermeister, Fachleute und Mitglieder der Regionalinitiative bei Johannes Strobl, einem Landwirt aus Greimersdorf.

Direkt vor Ort wurden durch Landwirtschafts- und Gärtnermeister Werner Kuhn, vom bundesweiten „Netzwerk Lebensraum Feldflur“, nicht nur die theoretischen Möglichkeiten erörtert, sondern auch die praktische Anwendung von beispielsweise Bienenweide als Zwischenfruchtanbau oder auch über mögliche Alternativen zum Mais als Energieträger.

„Ich hoffe sehr, dass die Ergebnisse aus den alternativen Bepflanzungen positiv sind und diese Samenmischungen später auch auf größeren Flächen zur Anwendung kommen. Nur so sichert ein nachhaltiger Anbau auch zukünftig die biologische Vielfalt“, meint Landrat Matthias Dießl bei der Ortsbegehung.

Mit neuen Pflanzenarten als Energieträger sind weitere Versuche geplant, mit denen die Ziele hoch gesteckt werden. Langfristig gesehen soll eine mehrjährige Wildpflanze angebaut werden, die als ökologischer Energieträger effizient einsetzbar ist. Die Herausforderungen und Anforderungen der Zukunft werden also auch im Landkreis Fürth in landwirtschaftlichen Betrieben wie dem von Johannes Strobl mit Innovationsgeist und Experimentierfreude in Angriff genommen.

„Es ist eine große Herausforderung den immer größeren Bedarf zu decken“ meint Landrat Matthias Dießl, „und ich hoffe, dass noch mehr diesem hervorragenden Beispiel folgen.“

Der Zwischenfruchtanbau spielt eine äußerst wichtige Rolle, da dieser vielfältigen Nutzen hat und zwar nicht nur für die Landwirte. Sie erhöhen die Wasserkapazität und die Belüftung des Bodens, aber sie dienen ebenfalls dem äußerst wichtigen Boden- und Grundwasserschutz. Bei Landwirt Strobl in Greimersdorf werden die unterschiedlichsten Zwischenfruchtmischungen verwendet, die sehr resistent gegen Unkraut sind, und auch für den Fall, dass mal eine Saatsorte ausfallen sollte, einfach eine andere ihren Platz einnimmt. 

Die Mischungen passen sich einfach den gegebenen Witterungsbedingungen an und sorgen zeitgleich für eine Bereicherung der Fruchtfolge. Auch die Imker begrüßen den Anbau dieser Saatmischungen. Mit Hilfe der noch im Herbst blühenden Felder können sie so ihre Bienen gestärkt in den Winter schicken.

Diese Felder sterben dann im Winter durch den Frost ab und bilden als Mulche die Grundlage für die Saat des neuen Jahres. Somit kann der Mais im nächsten Jahr auf frischen, natürlich und nachhaltig gepflegten Boden ausgesät werden. Der Zwischenfruchtanbau ist also eine Bereicherung für Landwirte, Imker und die Umwelt.

Eine andere Möglichkeit zum verbesserten Anbau ist das Zweinutzungssystem, in dem unterschiedliche Sorten entweder zur Silage oder zur direkten Energie-gewinnung angebaut werden.