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Alkohol, Drogen, Zigaretten: Der „KlarSicht-Parcours“ setzt auf Prävention

„KlarSicht“-Mitmach-Parcours

Der Mitmach-Parcours „KlarSicht“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat Jugendlichen am Wolfgang-Borchert Gymnasium Langenzenn die Gelegenheit geben, sich mit den Themen Alkohol-, Zigaretten- und Drogenkonsum auseinanderzusetzen.

Der “KlarSicht”-Mitmach-Parcours der BZgA machte zwei Tage lang Station in der Turnhalle der Schule. Denn es besteht Handlungsbedarf: “Zwar trinken immer weniger junge Leute. Diejenigen, die aber trinken, tun dies dafür umso mehr”, teilte die BZgA mit. Sie hat durch eine aktuelle Untersuchung herausgefunden, dass sich etwa 17 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mindestens einmal im Monat in einen Rausch trinken. Zur Förderung einer gut informierten, kritischen Haltung zu Drogen und Alkohol tourt die BZgA mit ihrem Parcours durch Deutschland. „KlarSicht“ richtet sich an Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren.

“Vorbeugung ist für uns kein Fremdwort”, sagte Landrat Matthias Dießl. “Mit dem Präventions-Verein 1-2-3 behandeln wir ebenfalls unter anderem die Themen Alkohol, Drogen und Zigaretten”, sagte der Landrat, der Vorsitzender von 1-2-3 ist. Er erinnerte etwa an das Projekt “3x3” - innerhalb von drei Schuljahren kommen die 1-2-3-Experten dabei drei Mal in die Klasse, um mit den Schülern über Themen wie Alkohol, Drogen oder Zigaretten zu sprechen.

“Darüber hinaus führen wir regelmäßig Alkohol-Testkäufe bei Geschäften im Landkreis durch, um zu überprüfen, ob sich die Läden an die Altersgrenzen zur Abgabe von Alkohol halten”, sagte Matthias Dießl. Die Aktionen zeigen Wirkung: Noch vor einigen Jahren habe es im Landkreis 100 Fälle von Komasaufen im Landkreis gegeben. Die Zahl habe sich nun deutlich reduziert. “Wenn wir mit dem Mitmach-Parcours erneut eine Verringerung erreichen, hat es sich mehr als gelohnt”, meinte der Landrat.

Der „Klar Sicht“-MitmachParcours ist jedes Jahr an insgesamt 13 Wochen durch ganz Deutschland unterwegs. In einer Woche werden dabei zwei Städte besucht und pro Stadt an zwei Tagen der Parcours aufgebaut. Am ersten Tag werden drei, am zweiten Tag zwei Durchläufe des Parcours durchgeführt. An jedem Durchlauf können 50 bis maximal 60 Personen teilnehmen.

An sieben zielgruppengerechten interaktiven Lernstationen setzen sich die jungen Menschen mit den Themen Alkohol, Drogen und Tabak auseinander und reflektieren gleichzeitig ihr eigenes Konsumverhalten. In Langenzenn werden ca. 250 Schülerinnen und Schüler den Parcours absolvieren. Die Trainer erläuterten den Jugendlichen die Aktionen an den einzelnen Stationen und kamen mit ihnen zu den Themen Rauchen, Drogen und Alkohol ins Gespräch.

Ein Highlight unter den Stationen des Parcours war der sogenannte „Drunk-Buster“: Eine „Rauschbrille“, die einen Promillewert von etwa 1,3 bis 1,5 simuliert. Unter anderem sollten die Jugendlichen damit eine gestrichelte Linie entlanggehen - oder es vielmehr versuchen, denn kaum ein Schritt traf die Linie. Klar im Kopf, aber betrunken im Blick. Eine Erfahrung, die nachhaltiger ist, als jeder Vortrag.

An der „Talkshow“-Station wurden in der Gruppe Geschichten entwickelt, in denen es um Probleme ging, die im Umgang mit Alkohol oder Drogen entstehen können - erfundene und erlebte, anonym erzählt. Gemeinsam wurde überlegt, wie die auftretenden Probleme hätten verhindert werden können beziehungsweise wo Betroffene Hilfe finden.

Bei der Station „Images“ setzten sich die Jugendlichen mit den Werbeversprechen der Alkohol-Industrie auseinander. Sie lernten so, die Versprechen zu analysieren und zu durchschauen. Und wer nach dem Parcours noch Wissensdurst hatte, konnte sich am Info-Kiosk mit Lesestoff eindecken.

Den Parcours durchliefen die Jugendlichen in kleinen Gruppen. Am „Tor der Entscheidung“ wurde ihnen zum Einstieg eine Frage zu Alkohol und Drogen gestellt. Nach Abschluss des Parcours beantworteten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die gleiche Frage noch einmal.