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Erstes LEADER-Projekt umgesetzt

Erstes LEADER-Projekt umgesetzt

Bürgermobil in Wilhermsdorf erfolgreich gestartet

Wilhermsdorf - Im Rahmen des EU-Förderprogramms LEADER ist das erste Projekt erfolgreich umgesetzt worden: Seit Kurzem gibt es in Wilhermsdorf das Bürgermobil mit dem sich insbesondere ältere sowie in der Mobilität eingeschränkte Menschen beispielsweise zum Arzt oder Einkaufen fahren lassen können, das aber auch von jungen Familien bzw. Personen aus Haushalten mit nur einem Auto genutzt werden kann.

Die Fahrer sind ehrenamtlich im Einsatz. Zur Anschaffung des Fahrzeugs erhält die Gemeinde Geld aus dem LEADER-Topf. Im kommenden Jahr soll zudem in Veitsbronn ein weiteres Bürgermobil an den Start gehen. Beide Gemeinden arbeiten dabei in einer Kooperation zusammen.

In Wilhermsdorf ist die Gemeinde Antragsteller, mehr als ein Dutzend Mitglieder des Seniorenrats fahren den Neunsitzer der Marke Ford. In Veitsbronn ist ein eigens gegründeter Verein Antragsteller, die Gemeinde unterstützt das Projekt aber.

Anders als der Bürgerbus in Langenzenn, fahren die Bürgermobile keine feste Linie, sondern nach Bedarf. Anders als ein Taxi fahren Sie nur im Gemeindegebiet. Die Bürgermobile können eine Verbindung zu Bus und Bahn herstellen.

Im LEADER-Steuerkreis wurde die Anschaffung zweier Bürgermobile für die Gemeinden Veitsbronn und Wilhermsdorf aus gutem Grund befürwortet: “Die beiden Projekte werden als sinnvolle Ergänzung zum Angebot des ÖPNV im Landkreis gesehen”, sagte Landrat Matthias Dießl beim Startschuss.

In sehr ländlichen Bereichen seien öffentliche Haltestellen manchmal zu weit vom Wohnhaus entfernt und insbesondere für ältere Bürger zu Fuß nur schwer zu erreichen. Arztbesuche oder das Erreichen des nächsten Einkaufsmarktes würden dann zum Problem. Der Kunde wird durch die Fahrer des Bürgermobils direkt an der Haustüre abgeholt und dort auch wieder abgesetzt. Die Fahrten sind kostenlos, Spenden aber gerne gesehen.

Wilhermsdorfs Bürgermeister Uwe Emmert bedankte sich beim Landkreis Fürth und speziell bei LEADER-Managerin Anne Kratzer sowie beim Seniorenbeirat für das ehrenamtliche Engagement. “Es mussten etliche Hürden genommen werden”, sagte Uwe Emmert. Die Ehrenamtlichen übernehmen Schichten von vier Stunden - jeweils Montag bis Freitag von 8 bis 12 sowie 13 bis 17 Uhr.

Man habe sich im Vorfeld über ähnliche Projekte in anderen Gemeinden informiert. Dort sei das Interesse an dem Angebot aber nicht besonders groß gewesen. “So waren wir anfangs schon etwas unsicher, wie viele Bürger das Mobil überhaupt anfordern werden”, berichtete der Bürgermeister. Mittlerweile ist die Skepsis verflogen: “Das Bürgermobil hat bereits die ersten 500 Kilometer zurückgelegt - an 33 Einsatztagen wurden im Oktober 165 Fahrten mit 212 Fahrgästen durchgeführt”. Man habe somit 212 Menschen helfen können, sagte Uwe Emmert.

In Zusammenarbeit mit dem Bürgerbusverein Veitsbronn wurde ein Betriebskonzept für beide Bürgerbusse entwickelt. Es soll keine Überschneidung mit dem ÖPNV geben und auch mit dem örtlichen Taxiunternehmen wurde das Vorhaben abgesprochen.

Im Februar wurde das Betriebskonzept dem Gemeinderat vorgestellt und fand Zustimmung. Inzwischen gibt es auch Überlegungen, ob man am Wochenende, außerhalb des Fahrbetriebes, das Fahrzeug dem Jugendtreff für Ausflüge zur Verfügung stellen könnte.

Wie der Landrat vorrechnete, übernahm LEADER  30 Prozent der förderfähigen Kosten - rund 10.800 Euro. “Den Löwenanteil hatte natürlich dennoch die Gemeinde zu tragen”, sagte Matthias Dießl. “Und wenn man dann noch beziffern würde, was die Arbeitszeit der Ehrenamtlichen kosten würde, dann wäre so ein Projekt wohl kaum realisierbar”. Aber genau dafür sei LEADER: “Vor Ort sollen neue Prozesse angeschoben und unterstützt werden”, betonte der Landrat. Er wünschte dem Projekt viel Erfolg.