AAA | Drucken |

„Frühling auf der Zunge“: Jetzt gibt es wieder frischen Spargel aus dem Fürther Land

Trotz Schneeflocken stechen sie frischen Spargel. V.l.n.r.: Siegfried Tiefel (Kreisobmann Bay. Bauernverband), Doris Egerer-Decker, 2. Bürgermeister Cadolzburg Karl-Heinz Hühnermann, Robert Egerer-Decker, Landrat Matthias Dießl, Michael Egerer-Decker und der Leiter des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forst Fürth, Horst Krehn.

Endlich wird er wieder im Landkreis Fürth geerntet – der frische Spargel. Jetzt beginnt die Saison mit dem leckeren Gemüse, das in den regionalen Hofläden und bei den Direktvermarktern angeboten wird.

Zum offiziellen Spatenstich im Landkreis Fürth trafen sich Mitglieder der Regionalinitiative "Gutes aus dem Fürther Land" auf dem Hof der Familie Egerer-Decker. Der Hof ist einer der ältesten im Landkreis Fürth und seit dem Jahr 1600 in Familienbesitz. Die Familie baut seit 25 Jahren Spargel an. Zu diesem Jubiläum gratulierte Landrat Matthias Dießl herzlich.

"Spargel ist das Paradebeispiel eines saisonalen und regionalen Gemüses", sagte der Landrat. "Spargel hat sich seine hervorgehobene Stellung dadurch erhalten, dass es ihn wirklich nur begrenzte Zeit, nämlich ab jetzt bis Johanni am 24. Juni, frisch geerntet zu kaufen gibt." Außerdem ist er das erste Gemüse im Frühjahr. "Man kann sagen der „Frühling auf der Zunge", verdeutlichte der Landrat.

Der Kauf von Regionalprodukten, wie Spargel, unterstützt den aktiven Umweltschutz. Denn durch die kurzen Transportwege vom Erzeuger zum Verbraucher wird die Umwelt geschont. "Im Zeitalter der Globalisierung demonstriert man durch den Kauf von Regionalprodukten auch wieder ein Stück Verwurzelung im heimatlichen Boden und in der Region", betonte Matthias Dießl.

Laut Landwirtschaftsminister Helmut Brunner greifen die bayerischen Spargelliebhaber auch immer gezielter zu heimischer Ware. 84 Prozent des in Bayern verkauften Spargels stammen heute aus heimischer Produktion. Auf dem Gebiet der Städte Nürnberg und Fürth (Schwerpunk im Knoblauchsland) werden auf circa 75 Hektar Spargel angebaut. In Mittelfranken (Schwerpunkt Nürnberg, Fürth, Erlangen und Roth) sind es knapp 300 Hektar.

Der Spargelanbau stellt für die Region somit einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor dar. Etwa 10 Millionen Euro Verkaufserlös erwarten die mittelfränkischen Spargelbauern dieses Jahr. Damit trägt die Spargelproduktion nach wie vor wesentlich zur Existenzsicherung für viele Familienbetriebe bei und ist meist auch die erste Einnahmequelle im Frühjahr.

Bei Familie Egerer-Decker wird das Edelgemüse täglich frisch vom Feld direkt in den eigenen Hofladen gebracht. Neben dem tagesfrischen Spargel aus eigenem Anbau bietet die Familie eine Auswahl weiterer Produkte aus der Region, wie Gemüse der Saison, Kartoffeln, Eier und Erdbeeren aus eigenem Anbau.

Das warme Wetter der vergangenen Tage hat beim heimischen Spargel für einen tüchtigen Wachstumsschub gesorgt. Nun sind aber die erforderlichen 12 Grad Celsius in 20 cm Tiefe erreicht und der Verbraucher erhält ab sofort flächenmäßig frischen Spargel beim Direktvermarkter vor Ort.

Den Menschen und den Spargel verbindet eine uralte Liaison. Schon Hippokrates hat vor 2500 Jahren die entwässernde Wirkung des Spargels als Allheilmittel dargestellt. Zudem ist Spargel ein „leichter Genuss", da er zu 93 Prozent aus Wasser besteht. So enthalten 100 g Spargel nur 18 kcal, ein Kinderriegel von 21 g dagegen „satte" 118 kcal. Dies gilt natürlich nur für den Spargelsalat, oder warmen Spargel ohne Soße.

Ein Pfund gekochter Spargel deckt den Tagesbedarf an Vitaminen C und E zu 80 Prozent, den Bedarf an Folsäure zu einem Viertel und 34 Prozent der täglich empfohlenen Kaliumzufuhr. Spargel enthält kaum Fett und kein Cholesterin, aber reichlich sekundäre Pflanzenstoffe, denen viele gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden.

Man kann sagen: „Spargel ist ein schlankes Gemüse mit einem dicken Gesundheitsplus", sagte Matthias Dießl.