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Rindfleisch aus regionaler Erzeugung: Familie Weghorn aus Puschendorf achtet auf artgerechte Haltung

Gerald Weghorn führt durch seinen Betrieb und informiert über Rinderaufzucht und Vermarktung

So sehen sie aus, die Angus-Rinder

Über die Herstellung von Rindfleisch aus regionaler Erzeugung sowie die Rinderzucht hat sich die Initiative “Gutes aus dem Fürther Land” auf dem Hof der Familie Weghorn in Puschendorf informiert.

Auf dem Zacherhof wird seit mehreren Jahren Rindfleisch nach den Richtlinien des Gütesiegels Bioland produziert. Das Siegel sieht vor allem eine artgerechte Weidehaltung mit genügend Auslauf vor. Den Hof selbst gibt es bereits seit dem 30-jährigen Krieg. Damals wurden die Weghorns aus der Steiermark aus Glaubensgründen vertrieben und siedelten sich in Franken an.

“Zur Zeit haben wir etwa 110 Angusrinder”, berichtete Gerald Weghorn. Das Fleisch der Rasse Angus ist aufgrund seiner Marmorierung, der Zartheit und des Geschmacks die wohl gefragteste Fleischrinderrasse weltweit und wird in Deutschland überwiegend exportiert und in Gourmet Steakhäusern verkauft. Deshalb haben wir uns für diese Rasse entschieden. Zur Aufzucht unserer Kälber nutzen wir den Weideaufwuchs sowie die Frischgrasfütterung im Sommerhalbjahr. Die Kälber bleiben ca. 11 Monate bei ihrer Mutter und werden so lange gesäugt. Dadurch verwerten sie die gute Milch unserer Kühe optimal. Auch um die Vermarktung des Fleisches kümmern wir uns selbst”, sagte Gerald Weghorn.

Geschlachtet werden die Rinder im Schlachthof Burgfarrnbach. Auf Masthilfsmittel und Hormone wird komplett verzichtet. Die Weideflächen sind frei von Pflanzenschutzmitteln und ermöglichen so ein gesundes Heranwachsen der Tiere.

“Von der Aufzucht der Rinder über die Reifung des Fleisches bis hin zum Verkauf kommt alles aus einer Hand”, sagte Landrat Matthias Dießl. “Hier kann der Verbraucher alle Produktionswege des Fleisches direkt nachvollziehen. Der Zacherhof ist damit ein gelungenes Beispiel für Gutes aus dem Fürther Land.”

Der Hof hat keine festen Mitarbeiter, es ist ein Familienbetrieb. Vor gut einem Jahr kündigte Andrea Weghorn ihre außerlandwirtschaftliche Arbeitstelle und stieg voll in den Betrieb ihres Mannes mit ein. “Alle zwei Wochen kann bei uns direkt ab Hof frisches Rindfleisch gekauft werden”, erläuterte Andrea Wehgorn. Die Kunden können beispielsweise über ein Formular im Internet vorbestellen - sie kommen überwiegend aus den Landkreisen Erlangen-Höchstadt, Neustadt, Fürth sowie aus den Städten Erlangen, Fürth und Nürnberg.

Wie Hans-Peter Mack, Sachgebiet Landwirtschaft vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, berichtete, gibt es im Landkreis Fürth zur Zeit rund 190 rinderhaltende Betriebe - Kuhbetriebe eingeschlossen - mit insgesamt 15.812 Rindern.

Die Jungrinder der Weghorns werden im Alter von etwa 12 bis 16 Monaten geschlachtet und direkt im hofeigenen Laden mit Kühlraum vermarktet.

“Eine Mutterkuh bringt durchschnittlich sechs bis sieben Kälber und erreicht ein Durchschnittsalter von acht bis neun Jahren”, erklärte er. Für eine artgemäße Rinderhaltung sei eine wiederkäuergerechte Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung erforderlich. Die Haltung von Rindern in Gruppen sei gegenüber der Einzelhaltung zu bevorzugen und artgerechter. Die Tiere könnten sich in der Gruppenhaltung frei bewegen, betonte Mack.

Die Haltung aller Tiere auf einem ökologisch wirtschaftenden Betrieb müsse zudem den natürlichen Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Dazu gehören zum Beispiel Kontakt zu Artgenossen, ausreichend Platz und Auslauf, frische Luft und Tageslicht. 

Außerdem sei jeder Rinderhalter dafür verantwortlich, dass alle im Betrieb gehaltenen Rinder durch zwei identische Ohrmarken in beiden Ohren zu identifizieren sind. “Kälber sind innerhalb von sieben Tagen nach der Geburt mit zwei identischen Ohrmarken in beiden Ohren zu kennzeichnen”, sagte Mack. Alle Rinderhalter müssen jede Bestandsveränderung an die zentrale Tierdatenbank melden.

“Frisches Rindfleisch aus der Region kann man sich also bedenkenlos schmecken lassen”, freute sich der Landrat nach dem Rundgang über den Zacherhof. Er wünschte der Familie Weghorn weiterhin viel Erfolg.