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Urban Gardening: Gemüse und Blumen statt grauem Beton

Es ist ein neuer Trend: „Urban Gardening“ – das Gärtnern auf öffentlichen Flächen inmitten von Städten und Gemeinden. Im Hof des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in der Fürther Jahnstraße, für dessen Unterhalt der Landkreis Fürth zuständig ist, wurde ein solches Projekt gestartet.

Die Initiative “Gutes aus dem Fürther Land” hat es mit Landrat Matthias Dießl besucht.

Dort gibt es zwölf fest stehende Betongefäße, in denen - thematisch unterschiedliche - kleine Oasen geschaffen wurden: auf jeweils einem Quadratmeter wachsen Gurken, Tomaten, Paprika, Kohlarten, Salate, Stachelbeeren, Johannisbeeren und sogar ein Pfirsichbaum. Der Anteil der Nutzpflanzen (Gemüse/Obst) steht im Vordergrund. Die Themen der bepflanzten Gefäße lauten unter anderem. „mehrjährige Stauden“, verschiedene „Gemüsekombinationen“, „Kräuter“, „Obst“, „Mediterran“, „Bienenweide“.

Eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern des AELF, das in dem Gebäude untergebracht ist,   betreut dieses Projekt. Die Idee ist im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements entstanden. Der Außenbereich des AELF sollte „Zum Wohlfühlen“ freundlicher gestaltet werden. Da am AELF auch gärtnerische Fachkompetenz vorhanden ist, konnten verschiedene Pflanzbeispiele realisiert werden.

Wer keinen eigenen Garten hat, kann “Urban Gardening” auch auf dem Balkon betreiben. Hierzu empfiehlt sich der “RegionalGärtner-Naschtopf”. Dabei handelt es sich um eine Gemüse-/Kräuter-Kombination im Topf, die in den RegionalGärtnereien (http://www.ihre-regional-gaertnerei.de) erhältlich ist. Das Produkt soll dem Kunden eine Gemüseernte auf dem Balkon oder der Terrasse während des Sommers ermöglichen. Der Naschtopf ist pflegeleicht und ertragreich.

Solche Töpfe wurden auch im Hof des AELF aufgestellt und an die automatische Bewässerung (und Düngung) angeschlossen. Es findet im Laufe des Sommers eine regelmäßige fachliche Beurteilung der Naschtöpfe statt. Hierbei werden Kriterien wie Blütezeitpunkt, Fruchtausbildung, Geschmack, Höhe der Pflanzen, Anfälligkeit gegen Krankheiten und Schädlinge sowie der Gesamteindruck bewertet.

Ein weiteres Projekt am AELF befasst sich mit Gemüse in Hydrokultur - dem sogenannten „floating system“. Bereits im Rahmen von Schulprojekten der Fachschule für Gemüsebau wurden im Schulgewächshaus des Gebäudes verschiedene Beispiele des „floating systems“ getestet. Verschiedene Gemüsearten (vor allem Salate aber auch Kräuter und alle anderen Gemüsearten) wachsen mit einer Nährlösung in einem Wasserbecken.

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ieses Anbausystem wird langfristig als ressourcenschonend bezeichnet, da es keine Wasser- und Nährstoffverluste gibt. Die Pflanzen wachsen sauber und sind weniger krankheitsanfällig. Denkbar sind solche Systeme vor allem im Rahmen des „Urban Gardening“-Gedankens, denn Wasserbeete können bodenunabhängig überall auch im städtischen Bereich gebaut werden.

Landrat Matthias Dießl, der zugleich Vorsitzender der Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis ist, zu den Vorteilen von Urban Gardening: „Auf kleinem Raum kann jeder sein eigenes Gemüse- oder Obstbeet haben.   Fast alle Gemüse- und Obstarten können wachsen. Daneben natürlich auch alle Arten von Blumen. Es sieht nicht nur schön aus, sondern man erhält dadurch seine eigenen Produkte und weiß, was man hat und wo sie herkommen.”

Durch “Urban Gardening” können Gemeinden kahle, betonlastige Bereiche begrünen. “Auch  gemeinschaftliche Aktionen sind denkbar, die dem sozialen, kommunikativen Gedanken Rechnung tragen”, sagte der Landrat.    

Persönliche Tipps zur Pflege von Pflanzen im Freizeitbereich erhält der Freizeitgärtner am Gartentelefon 0931/9801-147 der Bayerischen Gartenakademie an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim.