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Tuberkuloseberatung

Aufgaben

Lunge
Lunge

Aktive Fallfindung durch Untersuchung von Risikopersonen (Migranten, Obdachlose, Kontaktpersonen)

Entgegennahme der namentlichen Erkrankungsmeldungen niedergelassener Ärzte und Krankenhäuser, der Labormeldungen über den Nachweis von Krankheitserregern

Sammeln epidemiologisch relevanter Informationen bei Tuberkulosefällen

Übermittlung der Tuberkulosefälle an die Landesbehörde

Verhütung weiterer Infektionen:

  • Sicherstellen einer antituberkulösen Behandlung
     
  • Absondern von Erreger ausscheidenden Personen (sog. Indexfälle) für die Dauer ihrer Ansteckungsfähigkeit in geeigneter Weise (Absonderung zu Hause, Krankenhaus, Zwangsunterbringung in einer geschlossenen Anstalt)
     
  • Durchführung der Umgebungsuntersuchung (Ermittlung und Untersuchung von Kontaktpersonen) 

Sicherstellung der Überwachung nach Ende der Behandlung

Beobachtung und statistische Aufarbeitung des Tuberkulosegeschehens in Stadt und Landkreis Fürth

 

Die Rechtsgrundlage für oben genannte Aufgaben findet sich im Infektionsschutzgesetz (IfSG):

 

 

Informationen zur Tuberkulose

Erreger der menschlichen Tuberkulose

Mycobacterium tuberculosis: 1882 von Robert Koch entdeckt, häufigster Erreger beim Menschen
Mycobacterium bovis: vor allem bei Rindern nachweisbar
Mycobacterium africanum: in Afrika weit verbreitet
Mycobacterium microti: vor allem bei Wühlmäusen vorhanden
Mycobacterium canetti: in Südafrika bekannt
Mycobacterium pinnipedii: vor allem bei Seehunden nachweisbar

Übertragung

Hauptsächlich von Mensch zu Mensch über die Luft, durch Tröpfcheninfektion. Damit es zu einer Ansteckung kommt, bedarf es eines direkten, intensiven und wiederholten Kontaktes mit dem Erkrankten.

Je mehr Mykobakterien der Erkrankte ausscheidet und je geschwächter das Immunsystem des Empfängers ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Ansteckung erfolgt.

In 90 bis 95% der Fälle geht eine Ansteckung nicht in Krankheit über, da die in den Körper eingedrungenen Erreger durch Abwehrzellen "verkapselt" und vom Immunsystem in Schach gehalten werden.

30% der Weltbevölkerung sollen infiziert sein. Von diesen erkranken nur 5 bis 10% im Laufe ihres Lebens an Tuberkulose und zwar dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist (z. B. durch HIV-Infektion, Drogenabhängigkeit, Alkoholmissbrauch, Obdachlosigkeit, Behandlung mit immunsuppressiven Medikamenten), d. h. zwischen Ansteckung und Erkrankung können Jahre vergehen.
 

Erkrankung

Lungentuberkulose

in 90% der Fälle ist die Lunge betroffen

extrapulmonale Tuberkulose

in etwa 10% der Fälle sind andere Organe (periphere Lymphknoten, Knochen- und Gelenke, Uro- Genitalsystem, Hirnhaut) betroffen
 

Diagnostik

Tuberkulin-Haut-Test und Interferon-Gamma-Blut-Test zeigen ob eine Ansteckung erfolgt ist, sagen nichts über eine aktive Erkrankung aus
Röntgenaufnahme bildet charakteristische Veränderungen der Lunge (z. B. Kavernen) ab
Mikrobiologie Bakteriologische Untersuchung des Sputums (Auswurf, Bronchialschleim) oder des Bronchialsekrets gewonnen durch eine Bronchoskopie (Spiegelung der Bronchien)
Mikroskopie positiv bei großer Anzahl von Erregern (mehr als 10 000 pro ml), unter dem Mikroskop erkennbar als anfärbbare säurefeste Stäbchen: Ergebnis innerhalb weniger Tage, große Ansteckungsfähigkeit
Kultur positiv bei Vorhandensein lebender Bakterien: Ergebnis erst nach 6 bis 8 Wochen, geringe Ansteckungsfähigkeit bei positiver Kultur und negativer Mikroskopie
Molekularbiologie PCR (Nukleinsäureamplifikationstechnik = NAT) positiv bei Vorhandensein von Nukleinsäure (Erbmaterial) der Tuberkulosebakterien, Ergebnis innerhalb weniger Tage

Behandlung

Vorwiegend medikamentös (Einnahme von mehreren Medikamenten - Antibiotika), im Normalfall 6 Monate lang.

Wichtig ist, dass die Mittel konsequent, regelmäßig, vollzählig und für vorgesehene Dauer eingenommen werden um Resistenzen (Unempfindlichkeit der Bakterien gegen Antibiotika) zu vermeiden.

Eine stationäre Therapie ist zu Beginn der Erkrankung empfehlenswert; sobald keine Ansteckungsfähigkeit vorliegt, kann die Behandlung ambulant fortgesetzt werden.


Einrichtungen in Mittelfranken, in denen Tuberkulosepatienten stationär behandelt werden können:

Rangauklinik
Strüth 24
91522 Ansbach
Tel. 0981/8400

Klinikum Nürnberg Nord
Medizinische Klinik 3
Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1
90419 Nürnberg
Tel. 0911/3982674

Klinikum Fürth
Medizinische Klinik 1
Jacob-Henle-Str. 1
90766 Fürth
Tel. 0911/75801101

Universitätsklinikum Erlangen
Medizinische Klinik 1
Ulmenweg 18
91054 Erlangen
Tel. 09131/8535000
 

Merkblätter

Meldeformulare

Informationsverlinkungen

Standort

Landratsamt Fürth
Dienststelle Zirndorf
Gesundheitsamt
Im Pinderpark 4
90513 Zirndorf

Postadresse

Postfach 1407
90507 Zirndorf

Öffnungszeiten

Montag bis Mittwoch
07:30 Uhr - 16:00 Uhr

Donnerstag 
07:30 Uhr - 17:00 Uhr

Freitag
07:30 Uhr - 12:30 Uhr

Die Vorstellung im Gesundheitsamt ist nur nach telefonischer Terminabsprache möglich.

Erreichbarkeit

Telefon: 0911/9773-0
Telefax: 0911/9773-1803

E-Mail:
asyl-tbc@lra-fue.bayern.de

Bürgerserviceportal: Sicherer Dialog

Leitung

Fr. K. Bohlinger
Telefon: 0911/9773-0
Zimmer: 3.08
 

Vertretung

Fr. Dr. C. Sieber
Telefon: 0911/9773-0
Zimmer: 3.13