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Das Fleischerhandwerk steht für frische Produkte aus der Region und kurze Transportwege

v.l.n.r. Mitglieder und Gäste der Initiative: Walter Schäfer (Metzgerei Schäfer, Zirndorf), Horst Krehn (Amtsleiter Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), Landrat Matthias Dießl, Helmut Wolf (Geschäftsführer Bay. Bauernverband, Nürnberg), Thomas Zwingel (1. Bürgermeister Stadt Zirndorf), Wolfgang Kleinlein (Kuhle Milch) , Bettina Hechtel (Kreisbäuerin), Anni Schlager (stellv. Kreisbäuerin), Konrad Müller (Imker)

Die Regionalinitiative “Gutes aus dem Fürther Land” hat die Metzgerei Schäfer in Zirndorf besucht und sich zugleich über die Herkunft und artgerechte Haltung von Tieren im Landkreis Fürth informiert.

“Die Qualität unseres reichhaltigen Produktsortiments beginnt beim Bauern”, erklärte Walter Schäfer, der seit 1989 Geschäftsführer des Unternehmens ist. “Unsere Nähe zur Landwirtschaft ist entscheidend für eine tiergerechte Haltung und Fütterung sowie für kurze Transportwege.” Das Wohl des Tieres stehe im Vordergrund. Als handwerkliche Metzgerei sei der Betrieb Partner sowohl der Landwirte als auch der Verbraucher.

Landrat Matthias Dießl betonte, die Metzgerei Schäfer stehe stellvertretend für die ganze Metzgerszunft in Stadt und Landkreis Fürth. “Im Handwerk bekommt der Kunde eine Qualität, die es nur im Handwerk gibt“, so Dießl. Dieses Vertrauen hätten sich die Betriebe zum Teil über Generationen hinweg erarbeitet – “durch sorgfältige Auswahl und hochwertige Verarbeitung des Fleischs fernab aller Skandale”, unterstrich der Landrat. “Die Metzgereien sitzen nicht irgendwo, sondern sind an ihren Standorten verwurzelt und für den Kunden greifbar”.

Am Beispiel der Metzgerei Schäfer kann der Wandel in dieser Branche gut nachvollzogen werden: Heutzutage sehen Fleischereien so aus wie früher die Feinkostläden. Wie sehr sich das Fleischerhandwerk verändert hat, wird auch deutlich, wenn man sich die Absatzwege und Serviceleistungen ansieht: Inzwischen betreiben rund 86 Prozent aller Fleischer Fachbetriebe einen Party- und Plattenservice und drei Viertel haben einen Imbiss mit eigenem Verzehrbereich oder Stehtischen.

Auch Walter Schäfer baute seine Metzgerei um, damit sie konkurrenzfähig bleiben konnte. Durch diese Maßnahme wurde ein enormer Zuwachs an Laden-, Lager- und Werkstattfläche erreicht. Seit der Geschäftsübernahme durch Walter Schäfer entstanden neben dem Hauptgeschäft Filialen in Zirndorf sowie in den Nachbarorten Fürth, Stein und Oberasbach. Natürlich verdoppelte sich in diesen Jahren auch die Mitarbeiterzahl auf nun aktuell 54 Angestellte mit bis zu fünf Auszubildenden. 2009 wurde der Betrieb mit dem Jobstar der Region für hervorragende Mitarbeiterführung ausgezeichnet.

Walter Schäfer berichtete beim Besuch der Vertreter von “Gutes aus dem Fürther Land” von der immer härteren Konkurrenz. Die großen Supermarkt-Ketten drückten die Preise für Lebensmittel. Darunter leide das Fleischerhandwerk, das zwar mit den Discount-Preisen nicht mithalten könne, dafür könne es aber mit Fleisch aus artgerechter Tierhaltung immer mehr punkten.

Artgerecht heißt im Fall von Kühen beispielsweise: Für jede Kuh ist ein Fressplatz und ein Liegeplatz im Laufstall bereitzustellen. Liegeplätze sind ausreichend mit trockener Einstreu oder Komfortmatten zu versehen. Die Laufgänge werden so breit angelegt, dass sich die Tiere stressfrei begegnen können. Im Jahr 2006 waren in Dienstgebiet des Fürther Landwirtschaftsamtes 140 Betriebe mit Laufstallhaltung vorhanden. Seitdem hat sich die Zahl der Betriebe mit Laufstallhaltung weiter erhöht. Im Bereich von Stadt und Landkreis Fürth liegt der Anteil der gehaltenen Kühe im Laufstall bei ca. 65 bis 70 Prozent!

In Fürth-Burgfarrnbach ist ein moderner Metzger-Schlachthof mit EU-Zulassung für sämtliche Schlachttiere vorhanden. Das Einzugsgebiet des Schlachthofes rund um die Region Fürth beträgt rund 40 Kilometer. Das Schlachtvieh ist somit weniger Stress bei Transport durch die kurzen Wege ausgesetzt. Metzger aus der Region, Direktvermarkter und Landwirte können dort ihre Tiere schlachten lassen.

„Ich freue mich sehr, dass in unserem Landkreis ein so vorbildliches Unternehmen angesiedelt ist und im Lauf der Jahre so erfolgreich wachsen konnte“, sagte der Landrat zum Abschluss der Besichtigung. Wie viele weitere Metzgereien im Landkreis trage es zum regionalen Wirtschaftskreislauf bei, da die Schlachttiere großteils aus landwirtschaftlichen Betrieben in der Umgebung stammten. Durch den Schlachthof in Burgfarrnbach komme es auch zu kurzen Transportwegen. “Wer bei einem Metzger einkauft, kann sich also sicher sein, frische Produkte zu erhalten“, so der Obermeister der Fleischerinnung Fürth Stadt und Land Konrad Ammon.