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Eigene Äpfel geben den besten Saft - Mostereien

Vor drei Jahren hat der Gartenbau- und Verschönerungsverein Wilhermsdorf und Umgebung sein neues Most- und Brennhaus am Holzmüllerweg eingeweiht. Jetzt, da selbstgepresster Apfelsaft wieder Hochkonjunktur hat, herrscht natürlich viel Betrieb in der Mosterei.

Die Regionalinitiative “Gutes aus dem Fürther Land” hat zusammen mit Landrat Matthias Dießl und 2. Bürgermeister Wolfgang Bernreuther die Verarbeitung der heimischen Äpfel vor Ort genauer unter die Lupe genommen.

Das Mosthaus ist räumlich in die Bereiche Saften und Brennen aufgeteilt. Das Saften findet von Ende August bis circa Mitte Oktober statt. Das Brennen von November bis Januar. Zum Entsaften werden die Äpfel zunächst in einer großen Wanne gewaschen. In der Obstmühle werden die Früchte kleingehäckselt und danach gepresst.

„Aus 100 Kilogramm Obst können je nach Obstsorte bis zu 70 Liter naturtrüber Saft gewonnen werden”, erklärte Johann Steinmetz, 1. Vorstand des Vereins. Im Rahmen des Umzugs wurde eine neue Erhitzungs- und Abfüllanlage angeschafft. Die Saftreinigungsanlage ist in diesem Jahr erneuert worden.
„Man spürt und sieht sofort, mit wie viel Eigeninitiative und Hingabe diese Mosterei aufgebaut worden ist”, lobte der Landrat, der zugleich 1. Vorsitzender des Kreisverbandes Fürth für Gartenbau und Landespflege ist.
Das neue Gebäude biete wesentlich mehr Platz als die alte Mosterei. „Bei nicht gespritztem Obst aus dem eigenen Garten weiß man, was in der Flasche oder im Getränkebeutel abgefüllt ist”, so Matthias Dießl. Der 2. Bürgermeister wies darauf hin, dass sich die Anlieferung der Früchte nun einfacher gestalte, „da es am neuen Mosthaus bessere Parkmöglichkeiten gibt.”

Natürlich konnten die Besucher vor Ort selbst kosten. Das eindeutige Urteil: „Frisch gepresster Saft schmeckt am besten.” Mitglieder und die es werden wollen, melden sich mit Angabe der Obstmenge telefonisch bei Johann Steinmetz an und bekommen einen Termin mit Zeitangabe. Die Anlieferung der Äpfel sollte vorwiegend in Säcken und Kisten erfolgen. Für das Brennen muss die Maische in Fässern etwa eine Woche vorher angeliefert werden, um die notwendige Zollanmeldung durchführen zu können. Die diesjährigen Preise für das Mosten und Brennen stehen derzeit noch nicht fest. Zur Herstellung von Saft werden in Wilhermsdorf hauptsächlich Äpfel verarbeitet und zum Brennen Zwetschgen, Birnen und seltener Äpfel.
„Die Ausbeute bei Äpfeln ist niedriger, da sie einen wesentlich geringeren Zuckergehalt als Zwetschgen aufweisen”, erläuterte Johann Steinmetz. Auf die Frage von Teilnehmern der Regionalinitiative ab welcher Menge sich der Aufwand zum selber mosten lohnt, antworte der Vereinsvorstand: „Unter zwei Zentner Äpfel lohnt es sich nicht.” Größere Mengen seien aber kein Problem, schließlich lasse sich Apfelsaft in Beuteln abgefüllt durchaus zwei Jahre einlagern. Der Saft sehe nach einer längeren Zeit zwar durchsichtiger und dunkler aus und es lege sich etwas Satz am Boden ab, dennoch könne der Apfelsaft bedenkenlos getrunken werden. Sein Tipp: „Süße und aromareiche Äpfel, zum Beispiel die Sorten Topaz und Elstar, geben einen sehr guten Apfelsaft.”

Demnächst plant der Verein auch Saft aus eigener Herstellung zu verkaufen. „Wir haben eine Streuobstwiese von der Marktgemeinde Wilhermsdorf zur Pflege und Nutzung bekommen”, erläuterte Steinmetz. Die Bäume der Streuobstwiese seien noch teilweise sehr jung und bräuchten noch einige Jahre. „Mit weiteren ehrenamtlichen Helfern könnten wir mehr daraus machen”, wies der Vereinsvorstand daraufhin, dass Helfer jederzeit beim Verein herzlich willkommen sind.

Mostereien gibt es im Landkreis neben Wilhermsdorf auch in Langenzenn, Veitsbronn, Roßtal und Puschendorf.

 

(v.l.n.r): Walter Gieler (Wirtschaftsförderer des Landkreises Fürth), Siegfried Tiefel (Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes), Johann Steinmetz (1. Vorstand Gartenbau- und Verschönerungsverein Wilhermsdorf), Bettina Hechtel (Kreisbäuerin), Wolfgang Bernreuther (2. Bürgermeister Markt Wilhermsdorf) und Landrat Matthias Dießl