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Jahreszeitliche Sonderkulturen aus der Region bestechen durch kurze Transportwege und gute Qualität

Passend zum Auftakt der Erdbeeren- und Spargelzeit besuchte die Regionalinitiative „Gutes aus dem Fürther Land“ den Hofladen der Familie Tiefel in Ritzmannshof. Es wurden die beiden jahreszeitlichen Sonderkulturen Spargel und Erdbeere thematisiert und deren Bedeutung für das Fürther Land dargestellt.

Häufig findet man in landwirtschaftlichen Betrieben sowohl die Spargelproduktion als auch den Erdbeeranbau in Kombination. Dies liegt sowohl an der zeitlichen Überschneidung der Erntezeiten als auch am ähnlichen Vertriebsweg. Der landwirtschaftliche Familienbetrieb Tiefel aus Ritzmannshof baut seit 25 Jahren Spargel und seit 11 Jahren Erdbeeren an. Als größte „Sehenswürdigkeit“ des Besuchs wurde die mit 16 Messern „bewaffnete“ Spargelmaschine vorgeführt, was dem Käufer einen großen Zeitvorteil gegenüber dem manuellen Schälen einbringt. Eine Besonderheit des Hofladens der Familie Tiefel besteht auch darin, dass nahezu durchgängig geöffnet ist, auch Samstag und Sonntag, um frische Produkte zu bekommen.
 „Der Kauf von Spargel und Erdbeeren direkt vom regionalen Landwirt hat viele Vorteile. Neben der persönlichen Zeitersparnis beim Schälen ist es auch die Schonung der Umwelt durch die kurzen Transportwege. Hierdurch wird auch die Frische und Qualität der Produkte gewährleistet“, betonte Landrat Dießl.
Horst Krehn – Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten – ging dabei auf das aktuelle, teils jährliche Angebot der beiden Kulturen ein. „Die Spargelzeit ist in unserer Region von Anfang April bis Juni, die typischen Erdbeermonate sind von Mitte Mai bis Mitte Juli. Wenn die beiden Produkte außerhalb dieser Zeit angeboten werden, dann spielen bei heimischen Produkten besondere Produktionstechniken wie sog. Minitunnels oder Treibhäuser eine große Rolle. Erdbeeren aus dem fernen Ausland zeigen tendenziell höhere Belastungen mit Pflanzenschutzmittelrückständen als einheimische Ware, auch der typische Erdbeergeschmack ist nicht in vollem Umfang gegeben.“

Auch die gesundheitliche Wirkung der beiden Kulturen wurde thematisiert: Spargel wirkt aufgrund der speziellen Inhaltsstoffe (z.B. Asparaginsäure) harntreibend und führt als erstes Gemüse nach einem langen Winter einen „inneren Frühjahrsputz“ durch. Zusätzlich ist dieses erste zarte Gemüse energiearm, macht also nicht dick, was sehr begrüßenswert nach den langen und ruhigen Tagen im Winter ist. Das begehrte Stangengemüse hat wenig Nitrat und ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen (z.B. Vitamin K, Kalium, Magnesium) und anderen wertgebenden Inhaltsstoffen, wie sekundären Pflanzenstoffen. Aufgrund seines Ballaststoffgehaltes wirkt der Spargelgenuss zusätzlich als wahre Entschlackungskur.
Die Erdbeeren sind ebenfalls Bestandteil einer gesunden Ernährung. Sie machen nicht dick, haben einen extrem hohen Vitamin C-Gehalt und liefern viele andere Aroma- und weitere wertgebende Inhaltsstoffe (z.B. Folsäure, Kalium und Phenolsäuren). Insgesamt kann die Erdbeere vielfältig in der Küche verwendet werden: Sei es in Milchmixgetränken, Salaten süß/pikant, Nachspeisen, selbstgemachem Eis oder für Gebäck.

Landrat Dießl begrüßte die heimische Produktion, die für Spargel in der Stadt und im Landkreis auf einer Fläche von rund 65 ha stattfindet und momentan 42 Betriebe umfasst. Im Durchschnitt ergibt ein Hektar Spargelanbaufläche je nach Pflege und Bewirtschaftung 6 Tonnen Spargel. Hierfür werden durchschnittlich 1-2 Erntehelfer pro Hektar eingesetzt, die gemeinsam ca. 158 Arbeitskraftstunden aufbringen.
„Wünschenswert wäre eine Absprache zwischen Produzenten und der einheimischen Gastronomie, denn sowohl Spargel als auch Erdbeeren haben Produktionsschwerpunkte. Wenn es Schwemmen dieser Produkte gibt, sollten Gastwirtschaften besondere Schwerpunkte auf Gerichte mit Spargel oder Erdbeeren legen“, regte Landrat Matthias Dießl an.

21. Juni 2010