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Miteinander gestalten – Gemeinsam zum Integrationskonzept für den Landkreis Fürth

Der Weg zum Integrationskonzept gestaltete sich in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten. Um eine landkreisspezifische und bedarfsgerechte Integrationsarbeit zu gewährleisten, war der Prozess kooperativ und partizipativ ausgerichtet, also offen durch Zusammenarbeit und Beteiligung gestaltet. Mitgewirkt haben Vertreter*innen aus verschiedenen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Bereichen und Einrichtungen.

Bestands- und Bedarfsanalyse

Die Firma imap GmbH erstellte Mitte des Jahres 2013 eine Bestands- und Bedarfsanalyse der Integrationsarbeit im Landkreis Fürth. Hierbei wurden Befragungen von Institutionen mit Hilfe eines Online-Fragebogens sowie verschiedene Interviews mit Multiplikator*innen mit und ohne Migrationshintergrund geführt, um den Stand der Integrationsarbeit sowie die Bedarfe im Landkreis Fürth zu ermitteln. Die Auswertung lieferte eine erste Übersicht über die Angebote, die mehrheitlich im Bereich der Sprachförderung anzusiedeln sind.

Als zentrale Bedarfe stellten sich die Koordinierung der Integrationsarbeit und ein landkreisweiter Austausch sowie die Vernetzung mit anderen Einrichtungen in diesem Arbeitsbereich heraus.

Um diese Bedarfe abzudecken, beschloss der Kreistag am 08.04.2014 die Schaffung der Stelle einer/-s Integrationsbeauftragten, die zum 01.06.2015 ihre Arbeit als solche aufnahm. Ziel war es stets, ein Integrationskonzept als Grundlage für ein kommunales Integrationsmanagement auf den Weg zu bringen.

Integrationsleitlinien für den Landkreis Fürth

Um ein bedarfsgerechtes und zielgerichtetes Integrationskonzept erarbeiten zu können, war im ersten Schritt die Entwicklung eines grundlegenden eigenen Integrationsverständnisses für den Landkreis Fürth notwendig. Da die Basis einer erfolgreichen Integration die Akteur*innen in den Städten und Gemeinden vor Ort sind, war eine breite Beteiligung bei der Erarbeitung solcher grundlegenden Leitlinien unabdingbar.

Eingeladen zur Auftaktveranstaltung wurden deshalb Expert*innen aus verschiedenen Bereichen der Integration, um einen Austausch und ersten Überblick über die Integrationsarbeit im Landkreis Fürth zu ermöglichen. Nach einer Kick-Off-Veranstaltung mit World Café am 05.04.2016, gründete sich, unter der Federführung der Integrationsbeauftragten, die Projektgruppe Integrationsleitlinien, mit dem Ziel ebendiese zu erarbeiten.

Die Projektgruppe, bestehend aus Vertreter*innen von Verwaltung, Politik, Religionsgemeinschaften, Wohlfahrtsverbänden, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen, traf sich zwei Mal, um die Inhalte der Integrationsleitlinien zu diskutieren, abzustimmen und diese festzulegen.

Am 12.12.2016 verabschiedete der Kreistag die Integrationsleitlinien für den Landkreis Fürth (siehe Reiter "Integrationsleitlinien für den Landkreis Fürth") und beauftragte die Verwaltung mit der Erarbeitung eines Integrationskonzepts. 

Seitdem wurden die Integrationsleitlinien in Sitzungen aller Gemeinden und Städte im Landkreis Fürth thematisiert. Alle Kommunen beschlossen, die Integrationsleitlinien zu unterstützen, so dass eine gemeinsame Unterzeichnung durch die Bürgermeister*innen des Landkreises erfolgen konnte.

Die gemeinsame Unterzeichnung der Integrationsleitlinien für den Landkreis Fürth

Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte

Seit Anfang 2017 beteiligt sich der Landkreis Fürth am durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Programm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“.

Der Bildungskoordinator für Neuzugewanderte schafft in seiner Funktion Transparenz über relevante Angebote und unterstützt den Prozess zur Erstellung eines Integrationskonzepts durch den Aufbau kommunaler Koordinierungsstrukturen und -gremien, die Einbindung der relevanten Bildungsakteur*innen und die Beratung von Entscheidungsinstanzen der Kommunen.

Ein Integrationskonzept für den Landkreis Fürth

Beauftragt durch den Kreistag, riefen die Integrationsbeauftragte und der Bildungskoordinator für Neuzugewanderte Arbeitskreise ins Leben. Unter dem Motto „Miteinander gestalten – Gemeinsam zum Integrationskonzept für den Landkreis Fürth“ beschäftigten diese sich mit den Handlungsfeldern Sprachförderung, Bildung und Ausbildung, Arbeit und Wirtschaft sowie Gesellschaft und Zusammenleben. Die einzelnen Arbeitskreise bestanden aus Multiplikator*innen und Akteur*innen der Integrationsarbeit und Landkreisbewohner*innen, die sich im entsprechenden Bereich engagieren (möchten). Die Mitglieder erarbeiteten darin Handlungsempfehlungen für die Integrationsarbeit im Landkreis. Neben der Erarbeitung von Inhalten für das Integrationskonzept dienten die Arbeitskreise auch dabei, ein Netzwerk aufzubauen und zu etablieren. Es fand so eine nachhaltige Vernetzung der Akteur*innen im Bereich der Integrationsarbeit im Landkreis Fürth statt. Die Einladungen zu den Treffen der Arbeitskreise waren an alle Interessierten gerichtet und wurden u.a. im Landkreismagazin veröffentlicht.

Ein weiteres Handlungsfeld ist das der Interkulturellen Öffnung der Verwaltung, welches aufgrund der landratsamtsinternen Bearbeitung jedoch eine Sonderstellung innehält und nicht für externe Interessierte geöffnet war.

Die Detailarbeit der Arbeitskreise wurde während des gesamten Erarbeitungsprozesses des Integrationskonzepts durch das hierfür ins Leben gerufene Abstimmungsgremium, den Steuerungskreis Integration, begleitet. Dieser bestand aus Herrn Landrat Dießl, Vertreter*innen der Landkreisstädte und -gemeinden, Vertreter*innen der Kreistagsfraktionen sowie aus Vertreter*innen der Verwaltung (siehe Reiter "Mitwirkende Personen und Einrichtungen"). Je nach Bedarf konnten einzelne Mitglieder der Arbeitskreise zu den Treffen des Steuerungskreises Integration eingeladen werden. Der Steuerungskreis hatte während des Prozesses insbesondere die Zuständigkeiten vom Landkreis und seinen Gemeinden und Städten im Blick und prüfte die eingebrachten Vorschläge der Arbeitskreise hinsichtlich deren Umsetzbarkeit.

Die Auftaktveranstaltung der Arbeitskreise fand am 08.05.2017 statt. Danach trafen sich die jeweiligen Kreise viertel- bzw. halbjährig bis zur Verabschiedung des Integrationskonzepts durch den Kreistag am 10.12.2018. Die Treffen der Arbeitskreise fanden jeweils insgesamt fünf Mal, die des Steuerungskreises sechs Mal statt.

Das letzte Mal trafen sich die Mitglieder der Arbeitskreise am 22.10.2018, um die Maßnahmeempfehlungen zu priorisieren (siehe Reiter "Priorisierte Maßnahmeempfehlungen").

Evaluation und Fortschreibung

Die Steuerung des Integrationsmanagements, welches das hier vorliegende Integrationskonzept als Grundlage hat, liegt in der Verantwortung der Koordinierungsstelle Integration des Landkreises Fürth.

Wie in den Maßnahmeempfehlungen festgehalten, wird die Evaluation und Fortschreibung des Integrationskonzepts durch den Steuerkreis Integration, der u.a. aus Vertreter*innen von Politik und Verwaltung bestehen wird, begleitet. Erweitert wird dieser durch den Runden Tisch Integration des Landkreises Fürth, welcher aus den bisherigen Mitgliedern der Arbeitskreise Integration bestehen wird. Die Arbeitskreise zu den Handlungsfeldern Sprachförderung, Bildung und Ausbildung, Arbeit und Wirtschaft sowie Gesellschaft und Zusammenleben werden bedarfsorientiert weitergeführt.

Die Umsetzung der Maßnahmeempfehlungen wird von der Koordinierungsstelle Integration im Landratsamt nach Priorisierung kontrolliert und begleitet. In regelmäßigen Abständen wird das Integrationskonzept evaluiert und fortgeschrieben.