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Pressemeldung zur Abschlussveranstaltung

29 Empfehlungen für eine bessere Umwelt: Gesamtklimaschutzkonzept für den Landkreis vorgestellt

Das Integrierte Klimaschutzkonzept für die Kommunen Langenzenn, Obermichelbach, Puschendorf, Seukendorf, Tuchenbach, Veitsbronn und Wilhermsdorf ist fertiggestellt. Durch die gleichzeitige Aktualisierung der bereits vorhandenen Energie- und CO²-Bilanz für die Gemeinden der Kommunalen Allianz Biberttal-Dillenberg sowie eine Zusammenführung mit den Ergebnissen der nördlichen Landkreisgemeinden liegt damit nun erstmals ein Gesamtklimaschutzkonzept für den Landkreis Fürth vor. Das Dokument mit 29 konkreten Empfehlungen zum Energiesparen und zur Reduzierung des CO²-Verbrauchs wurde im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Landratsamt in Zirndorf vorgestellt.

Landrat Matthias Dießl dankte dabei allen beteiligten Bürgerinnen und Bürgern "für die konstruktive Mitarbeit" im Rahmen der Akteursbeteiligungsrunden sowie der Klärle - Gesellschaft für Landmanagement und Umwelt mbH für die Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes. Das Klimaschutzkonzept stellte Frau Prof. Dr. Klärle im Detail vor. Im Anschluss daran bestand die Möglichkeit, bei einer Diskussionsrunde Fragen zu stellen. 

Hauptziele sind die Verringerung des Ausstoßes schädlicher Treibhausgase bei der Energieerzeugung (Erneuerbare Energien) und die Energieeinsparung in Industrie und Produktion, Verkehr und Privathaushalten im Landkreis Fürth. Der Landkreis plant außerdem, einen Klimaschutzmanager einzustellen, der den Gemeinden bei der Umsetzung der Ziele zur Seite stehen soll.

"Das Integrierte Klimaschutzkonzept ist Voraussetzung für die Förderung des Klimaschutzmanagers und der im Rahmen des Konzeptes entwickelten Maßnahmen durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit", erläuterte der Landrat. "Diese Maßnahmen stellen die Grundlage für zukünftige Klimaschutzaktivitäten im Landkreis Fürth dar." 

Wie aus dem Klimaschutzkonzept hervorgeht, lagen im Jahr 2013 pro Kopf die CO²-Emissionen im Landkreis Fürth durchschnittlich bei sechs Tonnen. Diese Zahl liegt unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von zehn Tonnen. Mehr als die Hälfte der CO²-Emissionen im Landkreis Fürth geht auf das Konto der privaten Haushalte. Die Experten haben ausgerechnet: Rund 30 Prozent des Energieverbrauchs können in Betrieben und Privathaushalten im Strom- und Wärmebereich eingespart werden, ohne den gesamtgesellschaftlichen Lebensstandard zu gefährden. 

Ein wichtiger Baustein beim Klimawandel sind die Erneuerbaren Energien. "Hier sind wir auf einem guten Weg", befand der Landrat. Bereits heute würden im Landkreis Fürth fast 100.000 Megawattstunden Strom pro Jahr durch erneuerbare Energien erzeugt. Das seien ca. 27 Prozent des Gesamtstromverbrauchs des Landkreises. Der Landkreis Fürth liege damit leicht über dem Bundesdurchschnitt. Grund dafür seien die vielen Photovoltaikanlagen. 

Die Gemeinde, die ihren Energiebedarf am weitestgehenden selbst decken kann, ist der Auswertung zufolge der Markt Wilhermsdorf. Mit den vorhandenen Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen wird hier mehr als doppelt so viel Strom erzeugt, wie die Gemeinde verbraucht. 

Die Gemeinde mit dem größten Potenzial zur CO²-Einsparung ist ebenfalls der Markt Wilhermsdorf. Durch die Stromerzeugung der vorhandenen Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen werden jährlich über 20.000 Tonnen CO² eingespart. 

In das Integrierte Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis Fürth wurden 29 Maßnahmen vorgeschlagen und dafür Prioritäten festgelegt. Die Vorschläge reichen vom Einsatz von LED-Lichtern über energieeffiziente Bauleitplanungen bis hin zu Vor-Ort-Energieberatungen. Jede Gemeinde erhält eine individuelle Ausarbeitung, in der die Anregungen aus den Akteursbeteiligungen eingeflossen sind. Die Maßnahmenvorschläge der Gemeinden wurden durch weitere Maßnahmen ergänzt. 

Wie sich anhand der Untersuchungen für das Klimaschutzkonzept herausgestellt hat, gehen im Landkreis Fürth 64 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf das Konto der Wärmeversorgung der Gebäude. 26 Prozent des Energieverbrauchs werden durch den Verkehr verursacht und nur 10 Prozent sind Stromverbrauch. "Würde also ein Sechstel des Wärmebedarfs eingespart, ist das so viel wie der gesamte Strombedarf im Landkreis Fürth", sagte Matthias Dießl. 

Nun gehe es darum, die im Konzept vorgestellten und durch Akteure bereits priorisierten Maßnahmenempfehlungen in die Tat umzusetzen, betonte Matthias Dießl in seinem Schlusswort. Hierzu rief er alle Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Firmen und Politiker auf, sich einzubringen und mitzuarbeiten - "zum Wohle unseres Landkreises und zum Wohle unserer Umwelt." Er sagte: "Eine schonende Energie- und Klimapolitik und der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen bedeuten Lebensqualität für die gegenwärtigen und die zukünftigen Generationen."

Kontakt:

Landratsamt Fürth
Im Pinderpark 2
90513 Zirndorf

Tel.: 0911 9773 - 1610
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